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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 5 · p. Seite 561

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 5
Article
Die Todesstrafen der Bibel und der jüdisch-nachbiblischen Zeit
Date
1906-01-01
Page
Seite 561 (sequence 23)
Language
German
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Die Todesstrafen der Bibel und der jüd.-nachbiblischen Zeit. 561 sein. Für das Aufhäufen der Steine (Josua 8, 29, II Sam. 18, 17) nach dem Verbrennen ist Apokalypse Baruch 66, 4 zu beachten : »Der König Josia verbrannte die Befleckten mit Feuer und die Lügenpropheten, die das Volk verführten, auch sie verbrannte er mit Feuer. Und auch die Leute, die ihnen, solange sie lebten, gehorchten, warf er in das Tal . Kidron und häufteSteine auf sie«. Genau, wie bei Achan, werden hier über der Asche oder den Leichen der Hingerichteten Steine gehäuft1). Hierher gehört auch das von Sozomenus (Histor. eccl. V, 7, vgl. Stark, Gaza 618) Erzählte, wie nämlich zurZeit des Kaisers Julian die heidnische Reaktion gegen das Christentum in Gaza eintrat. Das Volk wälzte sich zum Gefängnis, schleppte drei Brüder, die Christen waren, heraus und schleifte sie durch die Straßen; man schlug sie, stieß sie, übergoß sie mit siedendem Wasser schlug ihnen den Kopf und verbrannte ihre Gebeine auf dem Schindanger. Hier ist nicht bloß das Verbrennen der Leichname, sondern auch der Ort, an dem es geschieht, ein besonderer Schimpf. Zum Schlüsse verweise ich noch auf die Behandlung des vierten Tieres in Daniel 7, 11: ג) Worauf in II Reg. 23 diese Nachrichten des Verfassers sich gründen, ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Aber, wie schon die Kommentatoren bemerken, hat er II Reg. 23, 20: »Er opferte alle Priester der Anhöhen, die dort waren, auf den Altären und verbrannte auf diesen Menschenknochen«, verwendet und die Erklärung hinzugefügt, daß die Leute, deren Knochen der König verbrannte, Anhänger der götzendienerischen Priester waren. Die Asche der Verbrannten wird, wie in II Reg. 23, 12 die der verbrannten Altäre, in das Kidrontal geworfen, wo nach Vers 4. 6 auch die götzendienerischen Gegenstände verbrannt wurden, vgl. I Reg. 15, 13, II Chron. 15, 16. In II Reg. 10, 25: ויכום לפי חרב וישליכו הרצים והשלישים וילכו עד עיר בית הבעל ist nach והשלישים offenbar אל נחל קדרון zu ergänzen. Das ergäbe dann, daß im Kidrontale ein Baaltempel stand; und hieraus erklärte sich vielleicht in II Reg. 23, 4 וישרפם מחוץ לירושלים בשדמות קדרון ונשא את עפרם בית אל das sehr unwahrscheinliche בית אל, das aus I Reg. 13,2 allein kaum gerechtfertigt werden kann, vgl. 23, 20; es dürfte בית הבעל gelautet haben. Monatsschrift, 50. Jahrgang 36

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