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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 5 · p. Seite 535

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 5
Article
Das Buch Esther in geschichtlicher Bedeutung
Date
1906-01-01
Page
Seite 535 (sequence 23)
Language
German
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Das Buch Esther in geschichtlicher Beleuchtung. 535 zu stellen, was sie selbstverständlich ablehnte. Über diese vermeintliche Widersetzlichkeit war der König sehr erzürnt, und die Ratsherrn, die teils dem König nach dem Munde sprachen, teils dieses Vorgehen, wenn auch erklärlich, so doch mit Rücksicht auf die Nebenumstände als unverzeihlich fanden, veranlaßten die Verstoßung dieser Favoritin1). Es folgten dann die großen Rüstungen und Vorbereitungen zu dem gewaltigen Kriege; im Jahre 481 — 80 begann dieser verhängnisvolle Krieg, in den AhaSveros mitzog und von dem er erst im Sommer 479 in Susa wieder eintraf, nachdem er den Winter über in Sardes geweilt und dort sein Unwesen mit der Frau seines Bruders getrieben hatte. Von da ab ließ Aha§vero§ die Reichspolitik ganz aus dem Auge und vergeudete seine Kraft in Weiberlisten und Haremspolitik. Herod. 9, 108—13 weiß uns aus dem Jahre 479 von noch einer skandalösen Haremsintrigue zu berichten, die sich zwischen AhaSveroS und seiner Schwiegertochter abgespielt hat, bei der seine Schwägerin von der grausamen Qroßkönigin Amestris zerstückelt wurde und sein Bruder Mesistes ebenfalls den Tod fand. Diese Haremsszene aus seinem 7. Regierungsjahre (vgl Esther 2, 15) ist der letzte Akt, den uns die sonstigen Berichte von AhaSveros persönlicher Tätigkeit melden, Von da ab versiegen alle Quellen über die weiteren Vorgänge am persiscüen Hofe, und gerade hier setzt die eigentliche Esthergeschichte ein (2, 15 f.)2). Wir können ג) Der Bericht über Vastis separate Frauentafel, steht mit anderweitigen Berichten nicht in Widerspruch. Aus Neh. 2, 6. Herod. 9, HO, und Plut. Artax. 5, geht höchstens hervor, daß die Großkönigin bei der Tafel zugegen war. Dies war aber Amestris und nicht Vasti. Übrigens ist dort nirgends von feierlichen Einladungen sondern vom allerstrengsten Familienkreise die Rede. Herod. 5, 18, sagen die Perser ausdrücklich, daß bei ihnen nur die Kebsweiber zur Tafel gerufen werden, wenn Gäste zugegen sind. 2)״ותלקח אסתר אל המלך . . . בשנת שבע למלכותו״ Diese auf-

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