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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 5 · p. Seite 530

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 5
Article
Das Buch Esther in geschichtlicher Bedeutung
Date
1906-01-01
Page
Seite 530 (sequence 18)
Language
German
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530 Das Buch Esther in geschichtlicher Beleuchtung. noch Esther persische Königinnen gewesen sein konnten. Ferner ist es ganz undenkbar, daß man, selbst wenn auf die achämenidische Herkunft Verzicht geleistet worden wäre, ein fremdes Mädchen dunkler Herkunft ohneweiteres als Königin des persischen Reiches gekrönt habe. Wie konnte weiter eine Königin ihre Herkunft verleugnen, zumal bei Esther, deren verwandschaftliche Beziehung zum Juden Mordechai, aus dessen Haus sie geholt wurde (2, 8), nicht nur den Hofbeamten (2, 11; 4, 4, 5 u. s. w.), sondern auch dem Könige wohl bekannt sein mußten (2, 22)? Sodann wissen wir, daß eine Königin gekrönten Hauptes nicht zu befürchten hatte, das unbefohlene Erscheinen vor ihrem Gatten mit dem Leben bezahlen zu müssen, oder während 11 Monaten nicht zum König gelangen zu können. Wie erklärt es sich weiter, daß Mordechai schon beim Beginne der Szene sich am königlichen Hof befand? Und wie konnte sich endlich ein im Winter stattfindendes Ereignis (2, 15) in der Sommerresidenz Susan zutragen? Man muß sagen, daß die apologetischen Anstrengungen, die bisher gemacht worden sind, um diese Vorgänge mit Hülfe meilenweit hergeholter Analogieen erklärlich zu machen, mehr oder minder gescheitert sind. Allein ein wichtiges Moment ist dabei zumeist außer acht gelassen worden. Denn in Wirklichkeit erwachsen alle Schwierigkeiten des Estherbuches nur daraus, daß unser Verfasser, wie die Schriftsteller aller Zeiten, ganz in der Gedankenweit seiner Zeit geschrieben hat. Bei allen seinen durchaus plastischen Schilderungen hat er daher selbstverständlich beim Lesereine gewisse Vertrautheit mit den Sitten und Gebräuchen grausamen Heidin (Herod. 7, 114; 9, 112), deren unmenschliche Handlungen der Midras auf Vasti überträgt, kann natürlich nicht gedacht werden. Ebenso lächerlich ist die I dentification von ",הו־םד« mit »Atossa« der Mutter unseres Ahasveros und Tochter des Kyros. »הדסה Myrthe, ähnlich wie ,שושנד und בשמת hat eine jüdische Etymologie. Der Anklang an Atossa ist rein zufällig«. (Herzfeld. Oesch. Israels.,

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