Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 50 (1906)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Das Buch Esther in geschichtlicher Bedeutung
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 529 (sequence 17)
- Language
- German
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Das Buch Esther in geschichtlicher Beleuchtung. 529 es der Verfasser in diesem Falle doch nicht unterlassen, ihn viel eher als einerr עמלקי zu bezeichnen.האגגי muß daher, rein exegetisch, nur als Stammes- oder Familiennamen gefaßt werden. Etymologisch ist der Name Haman vom Namen des altperischen Heros »Hamo, Homo« der des öftern im Zendavesta1) erwähnt wird, abzuleiten. Strabo kennt im persischen Reich mehrere Tempel des »Homanes«, ebenso einen Volksstamm »Hpmonaden«2). Das persische Königsbuch kennt auch eine sagenhafte Prinzessin, namens »Homoi«, die auch »Semerian« Semiramis heißt und als Mutter von Iskander — Alexander bezeichnet wird, ln המ-דתה המרתה ist dieser Heroenname noch ursprünglieher erhalten3). 15—26. Und nun all die Hauptschwierigkeiten 1 Gerade die wichtigsten Berichte unseres Buches, welche die wesentlichsten dramatischen Wendepunkte der ganzen Erzählung ausmachen, scheinen nun die grellsten Wider- Sprüche zu enthalten. Wir wissen z. B., daß eine persische Königin ein Sproß der Achämeniden sein mußte4), und daß während der ganzen Zeit, in welche die Esthergeschichte fällt, Amestris, die Tochter des berühmten Otanes, die legitime Königin war5) und daher weder Vasti, *) Avesta 1, 54—56, 118, 149; 2, 231; 3, 99, besonders aber Jag. 9—10. 2) 11, 512; 15, 732, ferner 1, 12, 569. s) Ob dieser altiransche Heros, dem nachher die Homa- Pflanze geweiht wurde, etwa mit dem Chum-ba-ba des Gilgamisepos, der die hohe Zeder behütet, verwandt ist, bedarf der Untersuchung. Über seine Beziehungen zum indischen Soma, vgl. Windischmann, ZoroastrischeStudien,73. Rhode, Mythen, 123, Brodbeck, Zoroaster, 86. Auch der Name ,פרשנדתד ist inschriftlich belegt (vgl. Lidzbarski, Epigr. 335. זרש braucht nicht mit Kohut (Angel. 11) vom persischen Qrasho »Hören« abgeleitet zu werden, sondern ist ein altiranischer weiblicher Personennamen, vgl. dazu, wie zu allen andern Namen des Esterbuches, Scheftelowitz, Arisches im A. T. 37 ff. 4) Herod. 3, 31, 83, 84, 88. Plut. Artax. 27. 6) Herod. 9, 108—13. An eine Identifizierung Esthers mit dieser Monatsschrift, 50. Jahrgang. 34