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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 5 · p. Seite 528

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 5
Article
Das Buch Esther in geschichtlicher Bedeutung
Date
1906-01-01
Page
Seite 528 (sequence 16)
Language
German
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528 Das Buch Esther in geschichtlicher Beleuchtung. werden, weil sonst gar kein Grund vorhanden wäre, warum gerade diese drei Generationen und nicht mehr ״oder weniger aufgezählt werden. Wenn viele Exegeten hervorheben, daß die Verstrennung hinter den Worten איש ימיני die hergebrachte Auffassung begünstige, so übersehen sie, daß diese Satzteilung doch nur beweist, daß die Massoreten, denen die historische Schwierigkeit ebensowenig Kopfzerbrechen bereitete wie dem Midrasch-rabba zur Stelle, den Sinn dieser Worte so verstanden haben; dies trifft aber unsern Verfasser nicht; denn die Wortfolge קיש איש ימיני אשר הגלה מירושלים ist eine sonst durchaus regelrechte. 14. Gegen die amalekitische Herkunft Hamans, welche von der jüd. Überlieferung, die auch schon Josephus kennt, verteidigt wird, ist historisch jetzt allerdings nichts einzuwenden1). Wenn jedoch die heutige Exegese darin einen Beweis für die Ungeschichtlichkeit des Estherbuches sieht, weil sie in diesem Nachkommen Agags nur ein dramatisches Gegenstück zu dem Nachkommen Sauls erblicken zu dürfen glaubt, so sollte sie doch berücksichtigen, daß für diese Überlieferung im Text durchaus kein Stützpunkt vorhanden ist. Wäre האנכי im Buche Esther identisch mit אגג aus L Sam. 16, dann würde dieser Name nicht als ein stetes Attribut hinter dem Namen Haman angehängt sein. Ferner hätte ג) Oppert (Inscriptions Assyriennes, ebenso Comment. hist, et philöl. du livre d’Esther) glaubte in Medien eine Provinz namens *Agagi« gefunden zu haben, die er mit Agagi der Bücher Esther identifizierte. Dieser OpperFsche Fund, der großes Aufsehen erregt hat und in der Exegese heute noch von allgemeiner Geltung ist, ja sogar mancher Hypothese als Basis dient, (Vgl. z. B. de Moor, Lelivre d'Esther episode du regne de Xerxes) hat sich aber als ver׳־ fehlt herausgestellt; denn die keilinschriftlichen Kollationen ergaben, daß diese medische Provinz nicht Agagi, sondern »Agazi« hieß. (Vrgl. Sargon, Annalen 191, Prunkinschrift 69.) Daß die altsynagogale kalendarische Ansetzung von פרשת וכור von der amalekitjschen Her* * kunft Hamans unabhängig ist, vrgl. ספר החינוך zu Deuter. 25, 17.

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