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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 5 · p. Seite 525

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 5
Article
Das Buch Esther in geschichtlicher Bedeutung
Date
1906-01-01
Page
Seite 525 (sequence 13)
Language
German
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Das Buch Esther in geschichtlicher Beleuchtung. 525■ höchsten bis zum niedrigsten Range«) in Vers 3. Vers 4 בהראותו u. s. w. berichtet von einer großen Reichskonferenz,, zu der mehrere Monate hindurch hohe und niedere Beamten des ganzen persischen Reiches in Susa empfangen wurden. Es handelt sich hier um die bei Herod. (7,5—10) ausführlich geschilderten großen Beratungen und Vorbereitungen zum größten bekannten Kriegszuge der ganzen alten Geschichte1). Daß solche Reichskonferenzen, zu denen, hunderte und tausende von Mitglieder, von Zentralafrika bis nach Indien, mehrere Monate lang reisen mußten, nicht in wenigen Tagen beendet wurden, wird wohl jedem, einleuchten. 9. Auch die sonstigen hier geschilderten Hofsitten entsprechen den anderweitigen Angaben sehr genau. Wenn Graetz in מטות זהב וכסף weder eine persische, noch eine jüdische, sondern eine griechische Sitte erkennt, so hat er übersehen, daß Herod. (9, 82) eben bei unserem Ahasveroä, von goldenen und silbernen Polstern und Tischen spricht. Der hier geschilderte Goldaufwand darf durchaus nicht auffällig erscheinen. Assurbanipal hatte in seinem Palaste 150 goldene Tische und ebensoviel goldene Betten2). Man muß die Schilderung der persischen und assyrisch-babylonischen Palastbauten in der betreffenden keilinschriftlichen Literatur, so z. B. die Nabochodnozor-Inschriften in K. B. II. und MOG. 1—24 lesen, um vom orientalischen Goldreichtum sich einen Begriff machen zu können. Auch ist der Bericht vom Siegelring (3, 10, 8, 2) keine Entlehnung aus Gen. 41, 42, wie die Exegeten annehmen, sondern entspricht ganz der persischen Hofsitte (Herod. 3, 128), wie überhaupt der Siegelring in der persischen Geschichte eine große Rolle spielt (Spiegel, Eran. Alt. 3, 607). Auch 1j Nach Herod. 7, 61—99 waren ca. zwei Millionen Menschen, an dem Zuge gegen Griechenland beteiligt. 2) Herod. 1, 18; 9, 80—83, vgl. ferner Herod. 1, 98 und, Polybios X. 27.

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