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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 5 · p. Seite 523

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 5
Article
Das Buch Esther in geschichtlicher Bedeutung
Date
1906-01-01
Page
Seite 523 (sequence 11)
Language
German
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Das Buch Esther In geschichtlicher Beleuchtung. 523 der allerjüngsten Zeit behaupten, sondern finden in be~ wundernswerter Weise ihre glänzende Bestätigung. Indien ist schon vom Vater unseres Ahaäveros erobert worden, ebenso Aethiopien von seinem Vorgänger Kambyses1). Bei Herod. (7, 9) sagt Mardonius zu unserem Ahasveros: »Wenn wir die Saken, die Inder, die Äthiopier und Assyrer.... in Dienstbarkeit und Knechtschaft gebracht«. Auch die Angabe שבע ועשרים ומאה מדעה widerspricht keineswegs der Angabe Herodots (3, 89'. מדעה ist Gerichtsbezirk von דין. In den aramäischen Inschriften bedeutet מדעה ebenso wie im arabischen »Stadt«. In Esra und Nch.2 3) ist unter מדעה nur Jerusalem mit seiner Umgebung verstanden. Es darf daher dieses Wort nicht mit Herodots Satrapien identifiziert werden. Übrigens teilt Herod. selbst manche Satrapien in 6—7 Provinzen eins). Von der Größe einer Satrapie können wir uns einen Begriff machen, wenn wir bedenken, daß in der Behistuninschrift fast sämtliche semitische Länder vom Euphrat bis Ägypten zur Satrapie Arabi gezählt werden. Herodots Satrapienzahl stammt außerdem aus der persischen Niedergangszeit. Darius L. zählt am Beginne seiner Regierung in der Behistuninschrift 23, später in der Persepolisinschrift 25 und in seiner Grabinschrift zu Nakhi-rustem 31 Satrapien. 8. Der Einwurf, daß ein Gastmahl von der Dauer eines halben Jahres in der Geschichte unerhört sei, richtet sich gegen eine, wenn auch leider sehr verbreitete, so doch l) Brugsch, Gesch. d. Pharonen. 748. Maspero, Gesch. d. Morgenlandes 529. Wiedemann, Gesch. Ägyptens 540. Spiegel, Eran, Alt. 2, 315, 294. Justi, Persien 49. Meyer, G. d. A., 1, 611. Nöldeke, Aufsätze 34, u. s. w. In der aus dei ersten Regierungszeit des Darius. stammenden Behistuninschrift ist Indien noch nicht erwähnt, wohl aber in der Inschrift von Persepolis und Nackhi-rustem. Nach Arrian 6, 29, 2, Strabo 686, hat auch schon Kyros einen Versuch gemacht. Indien zu erobern, der aber mißlang. ף Esra 2, 1. Neh. 1, 3, 7, 6, 11, 3. 3) Herod. ibid.

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