Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 5 · p. Seite 522

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 5
Article
Das Buch Esther in geschichtlicher Bedeutung
Date
1906-01-01
Page
Seite 522 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2829132-2829795-2829801-2887164--34757-2887201
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

522 Das Buch Esther in geschichtlicher Beleuchtung. dergefunden1). Außerdem hat Justi2) gezeigt, daß »Pur« auch im Indogermanischen in der Bedeutung von »Loos« vorhanden ist. Scheftelowitz3) leitet das Wort von altiranischen פרו, Geschick ab. Diese Etymologie macht es auch erklärlich, warum dem Feste gerade der Namen des Looses, welches doch in der Esthergeschichte nur eine sekundäre Rolle spielt, beigelegt wurde »,™־Geschick« im Sinne von אתה תומך גורלי, חבלים נפלו לי בנעימים (Psalm 16, 5) ותעמוד לגורלך (Dan. 12, 13) u. v. a., würde dann nicht blos auf das Losen Hamans, sondern auch auf die Geschickes״ Wendung Israels hindeuten. Übrigens haben uns die Keilinschriften auch über die Person unseres Ahasveros Aufklärung gegeben. Während schon die Septuaginta den persischen Ursprung dieses Namens nicht kannte und ihn daher fälschlich mit Artaxerxes identifizierte, worin ihr die Exegese eine Jahrtau״ send lang gefolgt ist, hat uns die zeitgenössische Inschriftenliteratur gezeigt, daß, wenn man sich von dem Namen אחשורש das א prostheticum, welches im Semitischen jedem Worte, das mit 2 Konsonanten beginnt, vorgesetzt wird, hinwegdenkt, man dann die originelle Wiedergabe des persischen Königsnamens bekommt, den die Griechen zu Xerxes verstümmelt haben, der aber in altpersischer Keilschrift »ch, sch, j, r, sch, a«, in babylonischer Keilschrift »chi, schi, i, ar, schi« und in einer aramäischen Inschrift aus Memphis חשיארש heißt. 7. Auch die geographischen Angaben über die Ausdehnung des Reiches unter Ahasveros, wie wir sie um Beginne des Estherbuches lesen, stehen mit den wirklichen Tatsachen nicht in Widerspruch, wie noch so viele Gelehrte L) K. B. 4, 106—7; 1, 148. Peiser, Studien 2, 38. B. A. 4, 65 Winclder, Forschungen 2,335; 3, 1—9. O. L. Juni 1901. Jensen. LCB. 1896, 50. Reisner, Hymnen 60, Z. 12. 2) Berliner Philol. Wochensch. 1902, 948. ף Arisch, i. A. T. 56 f. MGWJ. 1903, 299.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.