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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 5 · p. Seite 521

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 5
Article
Das Buch Esther in geschichtlicher Bedeutung
Date
1906-01-01
Page
Seite 521 (sequence 9)
Language
German
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Das Buch Esther in geschichtlicher Beleuchtung. 521 König gerade in dieser letzten Nacht keinen Schlaf fand, daß er sich da gerade die Reichsannalen vorlesen ließ, daß er gerade auf die Handlung Mordechais aufmerksam wurde, und daß er die Dekoration Mordechais von keinem geringeren, als von Haman ausführen ließ u. s. w., so hat eben Kuenen selbst daran Schuld, wenn er hier die Kette der historischen Kausalität nicht beachtet hat. Sonst hätte er eben weiter nichts als Ursache und Wirkung in diesen Vorgängen bemerkt Daß die ganze Achämenidengeschichte aus lauter Verschwörungen besteht, — wie ja auch unser Aha&veros schließlich einer solchen Verschwörung zum Opfer gefallen ist — ist zur Genüge bekannt. Ist es da nicht das Wahrscheinlichste von der Welt, daß Esthers Gunstbezeugung für Haman, dem Ahasveros den Schlaf geraubt habe, und daß Ahaäveroä gerade weil er hier einen Verdacht der Verschwörung gegen sein Leben witterte, sich der einstigen Verschwörung der Eunuchen und der dabei bezeugten Treue Mordechais erinnerte und gerade solche Aufzeichnungen in den Annalen aufsuchen ließ1)? Oder ist es etwa nicht sehr einleuchtend, daß Ahasveros absichtlich den Mordechai durch Haman dekorieren ließ, um dessen Überhebung, die Esthers Gunstbezeugung bei ihm hervorrufen mußte, zu dämpfen? Sicherlich hat diese Eifersucht und der Verdacht seitens des Ahasveroä zur raschen Verurteilung Hamans mehr beigetragen, als sein Vergehen gegen die Juden. (Vgl. auch b. Megilla 15 b.) 6. Das räthselhafte Wörtchen »Pur« hat aufgehört räthselhaft zu sein und darf jetzt als assyriologisch nachgewiesen gelten. So ist z. B. »Pur u« nicht nur in der Bedeutung von »Stein«, vgl. arabisch 5לל »Steinchen«, sondern auch in der Bedeutung von »Loos« inschriftlich wie- 1) Wie sehr den Persern Undankbarkeit als ein strafbares Verbrechen galt, vgl. Amian. 23, 6, 81.

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