Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 50 (1906)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Das Buch Esther in geschichtlicher Bedeutung
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 515 (sequence 3)
- Language
- German
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Das Buch Esther in geschichtlicher Beleuchtung. 515 veros während der ganzen Zeit, in die die Estherepisode verlegt wird. 17. Esthers Zugehörigkeit zum Juden Mordechai war, nach 2, 8, 11, 22. 4, 4, 5, 7, sowohl dem König, als auch den Hofleuten bekannt, wie konnte sie also ihre Herkunft verheimlichen, oder ist es überhaupt denkbar, daß eine Königin ihre Abstammung geheim halten könne? 18. Ist es denkbar, daß einer Königin für das unangemeldete Erscheinen vor ihrem Gatten der Tod gedroht habe oder daß sie glauben konnte, während 11 Monate nicht zum König gelangen zu können? 19. Nach 2,21 hat Mordechai dem König das Leben gerettet, und doch soll Haman nach־ her gewagt haben, vom König die Hinrichtung Mordechais zu fordern. 20. Wie kam übrigens Mordechai jetzt schon an den königlichen Hof? Widerspricht das nicht dem Be־ richte yon 8, 1 f? 21. Susan war bekanntlich nur eine Sommerresidenz der Achämeniden, während die Hauptereignisse des Estherbuches sich im Winter zugetragen haben. 22. Es ist ganz ausgeschlossen, daß der König ohneweiteres die Erlaubnis zur Ausrottung eines ganzen Volksstammes erteilt haben sollte. 23. Es ist undenkbar, daß Haman seinen Plan den Juden 12 Monate vorher mitgeteilt habe, und daß diese, des sicheren Todes ge־ wärtig, ein Jahr lang, die Hände müßig in den Schoß gelegt haben1). 24. Nicht minder undenkbar ist es, daß die ganze persische Bevölkerung, sich zwei Tage hintereinander von einem Häuflein eingewanderter Fremder sollte haben totschlagen lassen2). 25. ln einem Kampfe, in dem 75.000 Menschen umkommen, hören wir nicht von einer Hülfe verlangenden oder Hülfe gewährenden Gesandschaft, und dabei soll, dem Berichte nach zu urteilen, von jüdischer Seite kein einziger gefallen sein. Ist das glaublich? 26. End־ 9 Nach 3, 15 soll sogar die ganze Bevölkerung von Susa ob des Mißgeschickes der Juden getrauert haben. 2) Und daß Viele aus Furcht vor den Juden die jüdische Re־ ligion angenommen haben (8, 17). 33*