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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 5 · p. Seite 514

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 5
Article
Das Buch Esther in geschichtlicher Bedeutung
Date
1906-01-01
Page
Seite 514 (sequence 2)
Language
German
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514 Das Buch Esther in geschichtlicher Beleuchtung. Stellung nicht zu Gunsten der Wiederherstellung des jüdischen Gemeinwesens, die bekanntlich Jahrzehnte lang mit den traurigsten politischen und ökonomischen Hindernissen zu kämpfen hatte, verwendet haben. 4. In der späteren Zeit weiß weder Sirach, noch I Makk. etwas vom Estherereignis. 5. Die ganze Erzählung klingt eher wie ein Roman als wie eine Geschichte, die Ereignisse greifen ineinander wie nie im wirklichen Leben, und die Dar- Stellung scheint darauf angelegt zu sein, einen wohlberechneten Erfolg in bengalischer Beleuchtung erscheinen zu lassen. 6. Selbst die kühnste Etymologie ist außerstande, das Wort »Purim« in irgend einer Sprache nachzuweisen. 7. Die geographischen Angaben über das persische Reich widersprechen der Wirklichkeit; auch spricht das Buch von 127 Ländern, während Herodot noch unter Artaxerxes nicht mehr als 20 Satrapien kennt. 8. Von einem 180 Tage dauernden Gastmahl ist in keiner Hofgeschichte der Welt jemals gehört worden. 9. Auch entsprechen die im Estherbuche geschilderten Hofsitten nicht der Wirklichkeit. 10. Die häufige Wiederkehr der Zahl 7 läßt besonders deutlich erkennen, daß hier eine von Juden erfundene Geschichte vorliegt. 11. Es ist unglaublich, daß eine Königin sich geweigert habe, dem Befehle ihres Mannes zu gehorchen. 12. Bei der Bestrafung Vastis wird deutlich gemeldet, daß der König über seine Angelegenheiten mit den יודעי דת ודין zu beraten pflegte; davon ist aber bei dem Vertilgungsedikte Hamans nichts zu merken. 13. Nach dem Berichte in Esther, mußte Mordechai mindestens 120 und Esther mindestens 90 Jahre schon beim Beginn der Ereignisse alt gewesen sein. 14. Dem Mordechai als Nachkommen Sauls wird Haman als Nachkomme Agags gegenüber gestellt. 15. Nach den Berichten der Klassiker konnte bekanntlich nur ein Sproß der Achämenidendynastie zum Range einer Königin erhoben werden. 16. Ebenso war nach den Berichten der Alten Amestris die Frau des Ahas-

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