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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 5 · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 5
Article
Das Buch Esther in geschichtlicher Bedeutung
Date
1906-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Das Juch €sther in geschichtlicher Jelenchtnng. Von Sigmund Jampel. In der vorhergehenden Untersuchung haben wir sämtliche Hypothesen über den Ursprung des Purimfestes und die Entstehung des Estherbuches kennen gelernt und geprüft. Das Ergebnis dieser Prüfung war die Erkenntnis, daß der ganze Aufwand von Fleiß und Scharfsinn, der während des letzten halben Jahrhunderts auf . die Lösung des Estherproblems verwendet worden ist, die Untersuchung nicht um einen einzigen Schritt vorwärts gefördert hat. Sind wir nun auf Grund der Tatsache, daß die Ungeschichtlichkeit des Buches sich als nicht beweisbar herausgestellt hat, zur Annahme seiner Geschichtlichkeit berechtigt? So ohneweiteres allerdings nicht. Wohl aber dann, wenn wir die zahlreichen Schwierigkeiten, Unwahrscheinlichkeiten und Unmöglichkeiten, die gegen den Inhalt des Buches geltend gemacht worden sind, unbefangen auf ihre Stichhaltigkeit geprüft und gewürdigt haben werden. Es gilt daher, über die gesamten Schwierigkeiten Heerschau zu halten und zu ihnen Stellung zu nehmen. Folgende Einzelheiten kommen dabei hauptsächlich in Betracht:. 1. Weder die griechischen noch die persischen Geschichtsquellen wissen etwas von den in diesem Buche erzählten Begebenheiten. 2. Die Bücher Esra und Neh., welche die das jüdische Volk betreffenden Tatsachen der Achämenidenherrschaft aufgezeichnet haben, kennen weder die Gefahr, die über dem Haupte der Judäer geschwebt haben soll, noch die Abwendung derselben durch die Intervention Esthers und Mordechais. 3. Es ist unverständlich, warum Mordechai und Esther ihre außerordentliche Macht- 33 Monatsschrift, 50. Jahrgang.

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