Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 50 (1906)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 503 (sequence 7)
- Language
- German
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Besprechungen. 503' verdanke das Judentum den wahrhaft erlösenden Gedanken der Un- Sterblichkeit; er sei Urmotiv des neuen Glaubens geworden. Auf jüdischem Boden sei er zuerst bei Pseudosalomo zu finden. Das Ideal der jüdisch-hellenistischen Religionsphilosophie sei: Abtötung des Leibes durch Askese. In diesem Gedankenkreise bewege sich auch die Schriftauslegung Philos. Die Bürgerschaft des Himmels zu erwerben sei Ziel der Weltüberwinder; Macht über die ganze Welt zu gewinnen. Das sei das Ideal der Essener, Therapeuten, jüd; Apokalyptiker und suche und finde seine Verkörperung in dem Messias Jesus. Ganze Gesellschaften richteten ihr Leben buchstäblich nach den Vorschriften des jüdischen Hellenismus ein. Sie prägten ihrer Seele die Enthaltsamkeit ein, die Grundlage, auf der sie alle Tugenden aufbauten. Die sechs Wochentage lebten sie abgesondert in der Zelle, der siebente Tag war gemeinsamer frommer Übung, religiösphilosophischen Betrachtungen gewidmet. Philo spricht von Allegoristen, welche die geschriebenen Gesetze für Symbole geistiger Lehren halfen, die Gesetze aber verachten, das seien die jüdischen Philosophen gewesen, die alle national-religiösen Gebräuche verwarfen und sich so außerhalb der jüdischen Gemeinschaft stellten. So hätte sich aus dem jüdisch-hellenistischen Geiste eine große Zahl der verschiedensten Bewegungen entwickelt, die alle in dasselbe Bett einlaüfen. Der jüd. Hellenismus habe den Mosaisraus in die Sphäre der Philosophie emporgehobe 11. und der Welt an Stelle einer menschlichen eine: gottgeoffenbarte Philosophie geschenkt. Die Sibyl listen hätten diesen philosophischen Mosaismus: in die Massen gebracht nebst anderen Popularphilosophen und die von dem jüd. Hellenismus hergestellte Vermittelung zwischen dem transzendent gesetzten Gott und dem Menschen durch den Messias als Mittler greifbarer gemacht. Von ihnen hätten in Palästina die Apokalyptiker die gleiche Mission übernommen, und sie hätten der kommenden Weltreligion den Weg geebnet, deren mächtiger Rufer der Täufer gewesen sei. Die Zeit sei vollkommen vorbereitet, »erfüllt« gewesen. Jesus trete zunächst ganz in die Fußtapfen des Johannes. Er fühle sich berufen ein zweiter Jesaias zu werden. Er wolle Mosis Werk fortsetzen. Er wolle Gesetzestreue, keine Gesetzes- Sklaverei. Er betone nicht die Unzerstörbarkeit des Zeremonialgesetzes. Das Heil komme von den Juden; aber die wahrhaften Anbeter werden den Vater anbeten im Geist und in der Wahrheit. Der Kampf gegen den Mißbrauch heuchlerischer Pharisäer hebe