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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 4 · p. Seite 498

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1906-01-01
Page
Seite 498 (sequence 2)
Language
German
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498 Besprechungen. der Baruch-Apokalypse und in den Esrabüchern. Auch in den »Testamenten« sei Messias eine Lichtgestalt. Diese Vorstellungen seien Eigentum der Diaspora. Den Leib — Sprosse Davids — habe Palästina geborgt, die großartige Dekoration habe Jesaia geliefert, die Auffassung der göttlichen Potenz, des ewigen Gottesreiches seien Ureigentum des jüd. Hellenismus. Philo zeige am besten, wie sich die Gelehrtenschulen der Diaspora die messianische Zeit vorstellen; er sei ihm ein von Gott vom Himmel gesandter Messias (Logos?). Unrichtig sei die Behauptung, daß im Zeitalter Jesu eine größere Messias-Bewegung nicht stattgefunden habe. Die Losung sei demnach: Pharisäismus oder Messianismus; Gesetzesreligion oder Weltreligion gewesen. Messias sei Ende des Gesetzes. Bei Pharisäern, Sadduzäern und weltfremden Essenern gebe es keine Erörterungen über Messias. Hingegen bei den großen Massen des Landvolkes. Die Apokalyptiker hätten gegen die Radikalen, die entarteten jüdischen Hellenisten, gegen die Leugner der Vergeltungs- und Unsterblickeitslehre, zu kämpfen, die große Werke über ihre falschen Lehren schrieben. Das sei der Kampf der Frommen gegen die Gottlosen, der die Psalmen- Literatur erzeugt habe. Namentlich drücke sich dieser Kampf in der Henoch-Apokalypse aus, die über Hiob, den Leugner der Auferstehung und gerechten Strafe und Belohnung, das Anathema verhänge; auch K o h e 1 e t leugne die neuen Lehren; und auch die Einfaltsfrommen der Psalmen seien ein Angriffspunkt für Henoch. Die Apokalyptiker errangen den Sieg schwer, bis sie endlieh in Palästina ihre eschatologischen Lehren enthüllten. Sie waren die Volkspropheten der beiden letzten vorchristlichen Jahrhunderte. Im 11. Kap. behandelt Fr. »die religiösen Bewegungen im Landvolk«. (S. 78—113.) Das Verhältnis zwischen »Pharisäer und Am-haarez«. Mail habe die Bewegungen im Landvolk עם הארץ bei der Darstellung der Entstehung des Christentums außer acht gelassen. Wie die pharisäischen Schriftgelehrten sei die moderne Religionsforschung über das Landvolk hinweggegangen. Dieses עם הארץ sei das nicht gewesen, was man aus ihm gemacht habe, es sei »verschmachtet und verstreut gewesen, wie Schafe, die keinen Hirten haben«. Der ungebildete Spießbürger stelle sich die moderne Sozialdemokratie ähnlieh vor, wie man die עם הארץ schildere. Das Verdikt, das der sanfte Hillel fällt: ולא עם הארץ חסיד lasse erschließen, wie andere Gesetzeslehrer dachten. Der Talmud selbst aber spreche von בן חבד שלמד אצל עם הארץ und berichte: אחרים אומרים אפי, קרא ושנה ולא שמש ת״ח הדי זה עם הארץ♦ Charakteristische Merkmale des ע״ה nach dem Talmud gebnis h ellenistischer Beeinflussung, wofür die Rolle Zeugnis sei, die in ihnen חכמה spiele.

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