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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 4 · p. Seite 497

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1906-01-01
Page
Seite 497 (sequence 1)
Language
German
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Besprechungen. 497 W. Friedländer. Die religiösen Bewegungen innerhalb des Judentums im Zeitalter Jesu. Berlin, G. Reimer, 1905. XXX, 380 S., 8. Es ist kein gewöh nlicher Fall, daß ein Autor seinem Werke ein Vorwort und eine Einleitung vorausschickt, die es dem Reterenten erschweren, seine Objektivität zu bewahren und Ernst und Würde der Wissenschaftlichkeit zu respektieren. Leider verstößt Fr. gegen diese Grundgesetze des wissenschaftlichen Verkehres so gröblich, d aß eine Beschäftigung mit Vorwort und Einleitung einem sachlichen und fachlichen Urteile des Berichtenden beinahe gänzlich den Boden entzieht. Wenn jemals Haß und Liebe den Maßstab der Gerechtigkeit vernichtet haben, dann ist es hier zur traurigsten Wahrheit geworden. Die sittliche Entrüstung bemächtigt sich des kühlsten Lesers und man ist versucht, nach dem niederschlagenden Eindrücke, den Vorwort und. Einleitung gemacht haben, das Buch unbeachtet beiseite zu legen. Es darf nicht gesagt werden, Vorwort und Einleitung seien unwesentliche Bestandteile des Werkes. Der Autor selbst hat ihnen eine solche Form und Bedeutung verliehen, die sie zu einem durchaus wesentlichen Teil des Ganzen gestalten. Trotzdem will ich zunächst nur eine erschöpfende Inhaltsangabe liefern, die sich möglichst an den Wortlaut des Originals hält. Der erste Teil behandelt: »Das palästinensische Judentum« (1 —234) und Abt. I »Die apokalyptische Bewegung«. (S. 22—77.) Die Makkabäersiege schlössen eine Epoche ab, in der die universalistisehe Richtung zur höchsten Enfaltung gelangt war1). Die עם ד,ארץ seien im Banne hellenistischen Geistes geblieben und hätten, wie die oberen Zehntausend, die echten Pharisäer, ihre Lehrer, nämlieh die Frommen, die Schöpfer der apokalyptischen Literatur. Sie seien der Politik und herrschenden Partei entrückt gewesen, in ihnen sei die reine mosaische Idee ohne mündliches Gesetz zur Geltung gekommen. Der Gedanke, von welchem die apokalyptische Literatur beherrscht ist, daß dfre Welterlösung von den »Gerechten und Auserwählten« ausgehen werde, sei nicht pharisäisch, sondern hellenistisch. Die jüdische Apokalypse enthülle zum erstenmal dieeschatologischen Geheimnisse. Die Vorstellung von dem Messias als Richter beim Weltgerichte, dem das Reich Gottes folgt, tauchte bei den Apokalyptikern auf, als. sie bereits durch die Sibyllisten, die Volkslehrer, Ausbildung und; Verbreitung gefunden hatte. Messias sei göttliche Potenz, wie die Weisheit bei Pseudo-Salomo2). Vergröb ert ist diese Anschauung in. *) Diesen Gedanken hat Fr. in seinen Werken Apologetik und; griech. Philosoph, im Alt. Testam. verarbeitet. 2) Auch die Proverbien sind nach Fr. zum großen Teile Er- Vi j. 1.1 tjsj.1 riet, o). Jahrgang. 32.

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