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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 4 · p. Seite 494

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1906-01-01
Page
Seite 494 (sequence 2)
Language
German
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494 Besprechungen. an den Passahabenden erlebten Ungemachs, in dem Ruf Le-Schonoh ha-booh bTruscholajim, in dem Wort: »Und der Heilige rettet — nicht rettete — uns aus ihrer Hand«, in der Zuversicht, daß er »also schier und alsobald« sein Haus bauen werde, und in dem Chad- Gadja kundgibt. —י Ein anderer Artikel behandelt die Kunst auf dem Sedertisch, die zu des Verfassers Bedauern in jüngster Zeit neben der Poesie des Seder weniger bemerkbar ist als früher. Er weiß von kunstvoll mit Goldstickerei geschmückten grünen Seidenkissen für den Hausherrn (16. Jahrhundert), von schönen Werken mittelalterlicher Goldschmiedekunst für die verschiedenen Erfordernisse dieses Abends, u. a. zu erzählen. Die illustrierte Haggada von Serajewo, deren Bilder aus Anlaß des Kiddusch mit den sechs Schöpfungstagen beginnen und dessen Künstler selbst vor der bildlichen Darstellung des Schöpfers nicht zurückscheut, ־־־־■ nebenbei allem Anscheine nach das einzige derartige Beispiel auf dem Gebiete jüdischer Illustrationen — gibt Anlaß zu einer interessanten Abhandlung über den Unterschied zwischen jüdischer und christlicher Malerei. Seine Forderung: Wir müsspn in dieser Beziehung noch strengere Puritaner werden, als wir es in der Vergangenheit waren, hat unsern vollen Beifall, mag der Maler des besprochenen Bildes ein jüdischer oder ein nichtjüdischer Künstler gewesen sein. Das Motiv für die Einfügung des ursprünglich deutschen oder vielleicht französichen Originals des Chad-Gadja in die Sederandacht und seine Umwandlung aus einem Kinderlied in einen frommen Hymnus sucht A. zu ergründen und findet es in dem letzten Absatz, der von der Messianischen Zeit die Erlösung von allem Obel hofft. Die »vier Söhne« in der Hagada geben Gelegenheit zu feinen psychologischen und paedagogischen Bernerkungen. Auch zu einer kritischen. Die bekannte Schwierigkeit, weshalb den רשע das Fürwort der zweiten Person לכם charakterisiert, während ja auch der kluge Sohn אתכם sagt, wird in einer Parenthese mit dem Hinweis auf den Jerusalemischen Talmud und einige der ältesten Haggadamanuskripte zu lösen versucht, nach dem der ursprüngliche Text von Deut. VI, 20 אתנו lauten sollte. Eine so beiläufige textkritische Bemerkung scheint überflüssig, wenn man erwägt, daß der חכם fragt: Was sind die Zeugnisse etc., die der Ewige unser Gott euch befohlen hat? Bei der Gesetzgebung war der Knabe nicht anwesend, daher ist die Anwendung der zweiten Person begründet. Wenn der רשע aber nach der ,עבודד fragt, so muß er, will er nicht sich selbst von der Beteiligung an diesem Gottesdienst ausschließen, natürlich die erste Person anwenden, die zweite scheint lieblos und ablehnend zu klingen und daher die dem Fragenden erteilte Zurecht- Weisung zu verdienen. Die in diesem Abschnitt betonten Forderungen,

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