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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 4 · p. Seite 456

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 4
Article
Die Juden und die deutsche Literatur
Date
1906-01-01
Page
Seite 456 (sequence 13)
Language
German
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456 Die Juden und die deutsche Literatur. um den Einfluß der Bibel auf die Denk- und Redeweise unserer Großen. Die Tatsache, daß Goethe die zehn Gesetze des alten Bundes untersuchte, die Wanderungen des Volkes Israels in der Wüste darstellte, das Hohelied übersetzte, in seinen vertrauten Briefen und in vielen seiner Gedichte sich zahlloser Ausdrücke aus dem Alten Testamente bediente, ist ebenso eingehend zu behandeln, wie Schillers Sendung Mosis oder die von biblischen Ausdrücken strotzende Sprache der »Räuber«. B. Um die Beeinflussung deutscher Gelehrter, Schriftsteller und Dichter durch Juden. Tatsachen wie die folgenden: Daß Claus Wyße und Philipp Kolin im 14. Jahrhundert sich bei dem Juden Samson Pine wegen Übersetzung des Stoffes von Parzival bedanken, daß ein Jude Eisik Wallich im 16. Jahrhundert eine große Anzahl deutscher Volkslieder sammelt und dadurch manche vom Untergange rettet, oder der von Siegfried geführte Nachweis, daß Luthers Art der Bibelerklärung direkt durch Nikolaus von Lyra, indirekt aber durch den jüdischen Meister Raschi bestimmt ist, wiegen schwerer als Bände von Deklamationen. Sie zeigen auch dem Widerstrebenden, in welcher Weise durch Juden die deutsche Literatur beeinflußt worden ist. Nach diesen allgemeinen Darlegungen gab ich eine Zusammenstellung des Inhalts. Ich gliederte den Stoff in 31 Paragraphen. Der erste behandelte die Anfänge, Kreuzzüge, Süßkind von Trimberg, wo ich die Gelegenheit ergriff gegen die Überschätzung dieses jüdischen Minnesängers von jüdischer Seite zu protestieren. § 2. (14. und 15. Jahrhundert). Anteil der Juden an der deutschen Literatur des Mittelalters. Abschriften und Übersetzungen mittelalterlicher Dichtungen, Notiz aus Reinecke Voß von dem Meister Abryon, der »aller Sprachen gelehrt« sei. — Deutsche Worte in rabbinischen Responsen. Anfänge der jüdisch-deutschen Literatur, das kleine Buch

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