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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 4 · p. Seite 457

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 4
Article
Die Juden und die deutsche Literatur
Date
1906-01-01
Page
Seite 457 (sequence 14)
Language
German
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Die Juden und die deutsche Literatur. 457 der Frommen, das Sittenbuch. Bibel und Gebete für Frauen, Kalender. — Satirische Literatur der Deutschen gegen die Juden: Fastnachtspiele und Narrenschiff. § 3. Reuchlin und der Streit um die Bücher der Juden. Es handelt sich hier um ein Doppeltes: a) Schmäh- Schriften getaufter Juden, wie Pfefferkorn und Victor von Karben; b) Reuchlins Verteidigungsschriften vom Augen- Spiegel 1511 an. Es darf natürlich nicht verschwiegen werden, daß Reuchlin 1505 ein (keineswegs judenfreundliches) Schriftchen geschrieben: Warum die Juden so lange im Elend seien. Eine Erzählung des Reuchlinschen Streites (Dunkelmännerbriefe, humanistische Satiren usw.) gehört natürlich nicht hierher, wohl aber eine kurze Darlegung von Reuchlins Studien der hebräischen Sprache und seiner kabbalistischen Bemühungen vom de verbo merifico 1494 an bis de arte cabbalistica 1516. (Für das Nähere darf ich wohl auf mein Werk Johann Reuchlin, Leipzig 1871, verweisen). § 4. Luther. So wenig wie in § 3 die Geschichte des deutschen Humanismus ist in diesem Paragraphen die Entwicklung der deutschen Reformation zu erzählen. Der Hauptnachdruck ist zu legen 1. auf Bibelübersetzung (Mathäus Aurogallus u. a.) und Bibelerklärung (Nikolaus von Lyra, vgl. oben). 2. auf die Schriften: a) daß Jesus Christus ein geborener Jude sei, 1529, b) wider die Juden und ihre Lügen 1544. Der bleibende kulturhistorische Wert der ersten Schrift als Abhängigkeitserklärung des Christentums vom Judentum ist weit stärker zu betonen, als die zeitliche, von einem Augenblickszorn diktierte zweite Streitschrift. Kurz ist einzugehen auf die jüdischen Dinge behandelnden Briefe: Josel von Rosheim, dessen ganze Stellung kurz zu charakterisieren ist. Sodann ist schon in diesem Paragraphen die Beteiligung der Reformatoren und Antireformatoren an der Judenfrage zu streifen: Andreas Osiander, Johannes Eck, Martin Bucer.

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