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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 4 · p. Seite 454

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 4
Article
Die Juden und die deutsche Literatur
Date
1906-01-01
Page
Seite 454 (sequence 11)
Language
German
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454' 15fe'ifjud:eit1 t!־n4 die deuteijhe Literatur.1' gefutiäehj VöM und ganz in ünserer Hprechweise״ in unserer Küituif ־ •In ^׳ünSerem'ÜenlcdW* und Fuhlen, in unserer Artf zu arbeiten, Deutsche zu sein. So wenig man den Dar- Stellungen und Forschungen von Bielsbböwsky oder Morris' über" Goethe das geringste Jüdische änsehert känri^ so wenig ist in den 27 Bänden des von mir herausgegebenen Göethejährbuches seitens., der Kritiker — und ״es1 hat'deren viele bösartige und übelwollende gegeben — etwas von »Verjüdüng« gespürt worden, man; müßte; denn den verflosserien Dichter Hans; Herrig äüsfiehmen, der einmal in einer törichten Anwandlung dies Wort gebrauchte. Ich habe, wie ich wohl ohne׳Ruhmredigkeit sagen darf, durch eine nun 35 jährige wissenschaftliche Arbeit und durch eine nun 30 jährige akademische Lehrtätigkeit gezeigt, daß ich die deutsche Literatur nicht vom jüdischen Standpunkte1' ansehe oder beurteile und ich darf die vielen Hunderte,' die in diesen 30 Jahren meine Vorlesungen mitangehörb Und die vielen Tausende, die meine Aufsätze und Bücher gelesen haben, wohl zu Zeugen anrüfen dafür, daß sie‘ ( nicht durch ein Wort daran erinnert wurden, daß ich ein Jude sei, sondern nur den Eindruck hatten, einen deutschen Gelehrten zu hören. Ich weise mit tiefer Verachtung alle die offenen und heimlichen Insinuationen zurück, daß ein deutscher Gelehrter jüdischen Glaubens bei Beurteilung irgend einer Zeit oder irgend einer Leistung der deutschen Literatur befangen wäre; ich beanspruche für ihn das Recht auf dieselbe Stufe gestellt.zu werden, wie seine christlichen' Kollegen als einen, der erfüllt und genährt von den Schätzen der deutschen Literatur auch seinerseits wagen darf, zu ihrer Bereicherung beizutragen. Nicht minder weise ich: als völlig unwissenschaftlich alle Bemühungen und Anschaüungen von mir, die, durch die Unzufriedenheit mit den augenblicklichen Verhältnissen, durch Kränkungen, die der einzelnen Person oder der Glaubensgemeinschaft zugefügt wurden, entstanden, ein jüdisches Stammesbewußt-

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