Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 50 (1906)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Juden und die deutsche Literatur
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 451 (sequence 8)
- Language
- German
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Die Juden und die deutsche Literatur. 451 sündigt hüben und drüben,. Mit derselben .Entschiedenheit, mit der Auswüchse wie die Redensarten von Bartels abzuweisen sind, muß auch vor Übertreibungen gewarnt werdien, die auf jüdischer Seite häufig Vorkommen. Hier ist ein Dreifaches zurückzuweisen: 1:.; der p o 1 e ml sehe, n ö rge ln de :Ton, das Absprechen gegenüber den Leistungen Andersgläubiger, das witzelnd Spöttische, das. man : mit Unrecht als eine bloß jüdische Eigentümlichkeit bezeichnet. 2. Die. Überhebung, der eigenen, d, \;h. der jüdischen Leistungen. Wenn : H. Landsberg, in, ,einer kürzlich erschienenen Monographie über Rahiei sich; zu dein Satze versteigt, erst die Berliner jüdischen Frauen seien in Goethes Verständnis eing^dningen, 0wenn,er.*:die. Verbreitung des Goethekultus, fast ausschließlich Juden zuschreibV so ist dies gewiß ungeschichtiich. Wenn ,M. Güdemann in seinem gewiß höchst anzuerkennenden Werke über die Erziehung der Juden usw. sagt : »die Juden waren im Mittelalter den Christen in der Bildung voraus* sie seien mit ihren poetischen Untersuchungen den Deutschen u!n ..ein Jahrhundert vorausgeeilt«, oder wenn er sich zu der seltsamen Behauptung versteigt: in Deutschland sei in den letzten Jahrhunderten des Mittelalters »nichts geglaubt worden«, es hätte nur »falsches Geld, gefälschte Lebensmittel, gefälschte Kleiderstoffe und gefälschte Glaubenslehren gegeben«, so sind dies Ausführungen, die umsomehr zurückgewiesen werden müssen, da sie unter wirklich wissenschaftlichen Darlegungen stehen. 3. Die übergroße jüdische Empfindlichkeil Mail muß nicht gleich Zeter schreien, über jedes Bild und jeden guten oder schlechten Witz unserer humoristischen Blätter. Ich kann recht wohl — wie ich dies im Sommer oder Herbst dieses Jahres (1903) tat — herzlich lachen über einen Scherz, der den »Familientag der Familie Cohn« in Wort und Bild darstellte, ohne daß ich darüber erröte oder mich entrüste. Ich sehe ferner nicht ein, ' *29 ..יי’"■'־