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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 4 · p. Seite 449

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 4
Article
Die Juden und die deutsche Literatur
Date
1906-01-01
Page
Seite 449 (sequence 6)
Language
German
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Die Juden und die deutsche Literatur. 44g Brentano, Clemens und Bettine, in besonderen Schutz genommen worden, obgleich Bettine im Gegensatz zu ihrem׳ Bruder, einem ausgesprochenem Judenfeinde, eine erklärte Gönnerin der Juden war; Herr Bartels, der gegen beide Abneigung empfindet, stempelt beide zu Juden. Er sagt (S. 108): »Was meinen Argwohn vor allem wachrief, ist die in der »Günderode« enthaltene famose Geschichte von der Nobilitirung ihres Großvaters Laroche, die auf dem Schlachtfelde durch den König von Frankreich geschehen: sein soll. Hier bei diesem Großvater Laroche steckt, wie ich glaube, der Haken; denn bekanntlich hieß er eigentlich Georg Michael Frank und stammte aus Lichtenfels in Franken, wo es immer viele Juden gegeben hat. Nach der einen Version wäre Frank ein unehelicher Sohn des Grafen Stadion gewesen, nach der anderen aber kam er dadurch mit dem gräflichen Hause in Beziehung, daß er, ein kleiner schwarzäugiger Junge, nach einer Feier im Schlosse absolut nicht ins Elternhaus zurückwollte, — was mir als ein recht charakteristischer Zug erscheint. Später ward er dann vom! Grafen in Churmainzische Dienste gebracht und ein gewaltiger Aufklärer, was ja auch recht gut zum Judentum paßt. Sollte die Larochefährte sich als falschführend erweisen, so bliebe immer noch die Annahme, daß die Brentanos ursprünglich italienische, dann zum Katholizismus übergetretene Juden gewesen seien. — Als ein indirekter Beweis, daß bei den Brentanos nicht alles stimmt, erscheint mir auch der vor einer Reihe von Jahren festgestellte Antisemitismus Achims von Arnim, des Mannes der Bettine«. Der Schlußsatz ist ganz köstlich: weil Bettine angeblieh von Juden stammt, wird ihr Mann Antisemit. Wüßte Bartels in der Literaturgeschichte besser Bescheid, so müßte ihm bekannt sein, daß Arnim schon lange vor seiner Verheiratung sich antisemitisch geäußert hat und es wäre doch für einen so charaktervollen, christlich denkenden Mann eine höchst seltsame Tat sich mit einer aus dem 29, Monatsschrift, 50. Jahrgang.

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