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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 4 · p. Seite 428

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 4
Article
Leon Elias Hirschel
Date
1906-01-01
Page
Seite 428 (sequence 3)
Language
German
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428 Leon Elias Hirschei. Unter solchen wenig erfreulichen Umständen und Eindrücken wuchsen die Kinder auf, die der Ehe Elias Hirscheis und Judith Gumpertz entstammten, und litten seelisch und körperlich in der trüben Atmosphäre des elterliehen Hauses. Leon (Loeb) Elias Hirschei, am 8. Oktober 1741 zu Berlin geboren, war ein schwächliches Kind von Geburt auf, und die Verhältnisse, in denen seine Eltern lebten, konnten kaum dazu beitragen, seine Konstitution zu kräftiger Entwickelung zu bringen. In dem zarten Körper wohnte freilich ein überaus reger Geist, das Erbteil •der Ahnen väterlicher- und mütterlicherseits; aber auch dieser fand zuerst nicht die rechte Entfaltung, da die gewohnte Enge der damaligen Erziehung sie zurückhielt. Leon wurde in Berlin in üblicher Weise in das Studium der jüdischen Lehre eingeführt, und als seine Eltern 1749 infolge der Explosion nach Breslau reisten, wurde auch dort dieser Unterricht fortgesetzt. Der Aufenthalt in der schlesischen Hauptstadt verzögerte sich aus Ursache der Erbschwierigkeiten von Jahr zu Jahr, und erst 1755 kehrte Leon in Begleitung seiner Mutter wieder nach Berlin zurück. Er stand jetzt in einem Alter, in dem er sich für einen Lebensberuf zu entscheiden hatte, und eben seine Mutter war es, wie er selbst berichtet1), die ihm den Gedanken eingab, sich der M e d i z i n zu widmen. Dieser mütterliche Wunsch war nicht erstaunlich; es gab in der Familie Gumpertz Männer genug, die sich diesem Berufe •ergeben hatten, und sicherlich war es vor allem das Vorbild ihres Anverwandten, Aron Gumpertz, des Lehrers Moses Mendelssohns, das Judith da vor Augen stand. Leon Hirschei erntete freilich bereits die Früchte des Sieges, •den jener als erster sich mühsam auf dem Wege erkämpft hatte, der aus der Judengasse hinaus zur allgemeinen Bildüng und Kultur führte; er war der erste Jude, der ‘) Vgl. seine Selbstbiographie in Baldingers Biographien jetzt ־lebender Ärzte, I. Bd., 4. Stück, Jena 1772, S. 146.

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