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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 4 · p. Seite 397

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 4
Article
Das literarische Leben der babylonischen Juden im vierten Jahrhundert
Date
1906-01-01
Page
Seite 397 (sequence 13)
Language
German
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Das literarische Leben d. babylonischen Juden im vierten Jahrh. 397 entlegensten Gebiete dieser Disziplin, wie kein zweiter seiner Zeitgenossen beherrsche1). Wie Rabba auf dem Gebiete der Halacha, war R. Joseph auf einem anderen, in Babylonien weniger gepflegten Gebiete Selbstherrscher, nämlich auf dem der Bibel und der aramäischen Bibelübersetzungen. R. Joseph war der einzige von den angeseheneren Amoräern Babyloniens, der auch die letzteren in seinen Wissenskreis zog. Das Targum zum Pentateuch war zwar gewiß schon in aller Munde, wenn es auch noch nicht niedergeschrieben war. Aber in R. Joseph fanden auch die anderen Teile der pälästinensischen Paraphrase einen eifrigen Pfleger und Bearbeiter. Er hat sie ohne Zweifel schon vorgefunden, und sein Verdienst um dieselben bestand darin, daß er sie wesentlich dem babylonischen Sprachgebrauche näher gebracht und dadurch zu ihrer Verbreitung unter seinen engeren Landsleuten viel beigetragen hat2). Noch ein größeres Verdienst erwarb er sich im Verein mit seinem Schüler um das Sirachbuch, indem sie nachwiesen, daß darin nichts enthalten sei, was zu einer Verketzerung dieses schönen Apokryphenbuches berechtigen würde3). Die Stellen, die dem Dogma der Auferstehung widersprachen und die, wie schon aus dem Zusammenhänge hervorgeht, zur Verketzerung des Sirachbuches Anlaß gegeben haben, scheinen in den R. Joseph bekannten Exemplaren, wie in der syrischen Übersetzung, geändert oder ausgemerzt gewesen zu sein4). Wer weiss, ob die letzten Blätter *) Baba mez 86a. Vgl. Weiß Dor dor w’Dorschaw III, S. 193. 2) S. Bachers kritische Untersuchungen zum Prophetentargum in der ZDMG. Bd. 28, S. 56. 3) Sanhedrin 100 b. 4) Über die Frage, warum das Sirachbuch zu den Apokryphen gehöre, mit welcher sich R. Josef und dessen Schüler so eingehend beschäftigt, haben ältere und jüngere Forscher gehandelt, — vgl, insbesondere die Abhandlung Joels, Blicke in d. Religionsgeschichte Bd. I, S. 68—76, der sich genötigt sieht statt »Sifre ben Sira«, Sifre

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