Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 50 (1906)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Das literarische Leben der babylonischen Juden im vierten Jahrhundert
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 396 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2829132-2829795-2829800-2887015--34621-2887046- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
396 Das literarische Leben d. babylonischen Juden im vierten Jahrh. Familie nötigen Nahrungsmittel zuzubereiten. Nach Rabba will aber der Schriftvers sagen, daß die Bereitung jedes Genusses, die von irgend einem, sei es auch einem noch unbekannten, von der Ferne zugereisten Menschen genossen werden könnte, nicht zu bestrafen ist1) (הואיל). Oder Rabbas merkwürdige Auffassung des Schriftverses: »Und es wird sein am sechsten Tage, da sollen sie zubereiten, was sie heimbringen, und es sei das zweifache von dem, was sie Tag für Tag sammeln«. (Exodus 16, 5.) Rabba erblickt in demselben ein Gebot, sich vor jedem Sabbat- oder Festeingange mit der nötigen Nahrung für das kom־־ mende Fest zu ersehen, wie Gott selbst das himmlische Manna am Rüsttage des Sabbats für den Sabbat fallen ließ2). An diesen Tagen sei der Mensch hinausgehoben aus dem Gewirre des Lebens mit alF seinen Sorgen um Nahrung und um alP die kleinen und großen Bedürfnisse der Sterblichen. Der Genuß von Nahrungsmitteln, die für den Sabbat nicht vorher bestimmt waren, sei darum verboten; — Trotz aller Kühnheit wurden aber die meisten Lehren Rabbas zur gesetzlichen Norm erhoben und trugen — bis auf drei Ausnahmen — den Sieg über die R. Josephs davon3). Es zeugt dies von dem hohen Ansehen, in welchem Rabba bei seinen Zeitgenossen und bei den späteren Generationen gestanden hat. Er war der große Meister der Halacha und konnte mit Recht von sich sagen, daß er auch die ג) Pessachim 47b. Vgl. auch Hirschs Kommentar zu dem angeführten Schriftverse. 2) Beza 2 b. הכנה דרכה. 3) Baba batra 144b u. a. St. In einem der das. angeführten drei Ausnahmefälle ist der halachische Gegner nicht Rabba, sondern Abaji; vgl. darüber R. Ascher zu Baba mez. II. Abschn, 17. Nach der Ansicht R. Jonas liegt dieser Bevorzugung Rabbas ausschließlich die Anerkennung des Scharfsinnes zugrunde, so daß, wo eine Verschiedenheit in den von ihnen überlieferten Lehren ihrer Vorgänger vorliegt, Rabba keinerlei Vorzug verdiene. Vgl. hingegen Alfassi zu Sabbat II. Abschnitt Ende.