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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 3 · p. Seite 378

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1906-01-01
Page
Seite 378 (sequence 3)
Language
German
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378 Besprechungen. als den Verfasser des Glossars anzuneihmen, denn aus dem Kolophon folgt deutlich, daß er nur Kopist gewesen (ein Verfasser würde nie;angeben, für wen er sein Werk geschrieben und vollendet hat). War er nun nur Kopist, so kann er sehr wohl ein Sohn des im Jahre 1288 als Märtyrer in Troyes gestorbenen Simson gewesen sein, und Samuel b. Jakob kann ebenfalls sehr gut, wie die Herausgeber vermuten, mit einem gleichnamigen Nachkommen yon Raschi, der in Troyes in der zweiten Hälfte des XIII. Jahrhünderts gelebt hat, identisch sein. Das Glossar dürfte also am Ende des XIII. Jahrhunderts (etwa 1290 oder 1300) kopiert, aber in der. ersten Hälfte desselben Jahrhunderts verfaßt;sein. Was nun die Beschaffenheit des Glossars anbetrifft, so hat es ebenfalls die oben erwähnten drei Rubriken (vgl. die Beispiele in der Vorrede, p. III), das heißt Bibelwort, französische Glosse und kurze hebr. Erklärung (die manchmal vor der französischen Glosse steht). Die Herausgeber haben aber, um den Umfang ihrer Edition nicht allzu* sehr anschwellen zu lassen, neben dem Bibelwort nur die französischen Glossen, und zwar in lateinischer Transkription, gegeben. Allerdings bieten diese Glossen das Hauptinteresse, doch wäre es von großem Nutzen, wenn auch die kurzen hebr. Erklärungen mitabgedruekt wären, da sie von nicht geringem Wert für die hebr. Lexikographie und die jüdische Bibelexegese des Mittelalters sind. Am beste:; wäre, wenn die Herausgeber dieselbe Methode befolgt hätten, wie Israel Levi bei seiner Edition des genannten Fragmentes, wo er die Handschrift vollständig abgedruckt und sowohl Transkription als auch alle anderen nötigen Aufschlüsse in den Anmerkungen gegeben hat (ähnliche Proben aus anderen Glossaren bei Darmesteter, 1. c., p. 134—148). Nicht weniger interessant für die Bibelexegese sind die Zitate in den hebr. Erklärungen aus verschiedenen Autoren, die in der Vorrede p. II aufgezählt sind, da in ihnen manchmal bisher unbekannte Erklärungen enthalten sind. Doch teilt mir Herr Lambert brieflich mit, daß er die Zitate zum Pentateuch und zu den fünf Rollen demnächst besonders edieren wird1). ״ l) Solche Zitate finden sich auch in den anderen Glossaren, so besonders zahlreich in dem Leipziger (s. Delitzsch, Ltbl. des Orients 1844, 294 ff.), und sie stimmen zum Teil untereinander überein. Näheres darüber in meiner im Juliheft der Revue des Etudes Juives erscheinenden Abhandlung über einen unlängst von Wright edierten nordfranzösischen anonymen Kommentar zu Hiob nach einer einzigen Cambridger Handschrift (A Commentary on the Book of Job from stHebrew^ Man uscrlpt — in the University Library; Cambridge etc, London 1905).

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