Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 50 (1906)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Juden und die deutsche Literatur
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 367 (sequence 17)
- Language
- German
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Die Juden und die deutsche Literatur. 367 eine lockende Aufgabe. Die 1887 entstandene Arbeit: Goethe und die Juden schrie in mir nach Fortsetzung. Sie hat eine merkwürdige Geschichte, die, wenn auch bei ihrer Erzählung manches Persönliche nicht übergangen werden kann, an dieser Stelle berichtet werden mag. Sie war, wie erwähnt, ursprünglich für die »Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland« geschrieben und wurde mit einigen Veränderungen und Zusätzen in meine »Vorträge und Versuche« (Dresden 1890) herübergenommen. Diese zweimalige Veröffentlichung hinderte nicht, daß viele Literaturvereine diese Arbeit als Vortrag begehrten. Obgleich ich nun diesen Vortrag mehr als ein dutzendmal in den verschiedensten Städten vor einem gebildeten Zuhörerkreis vortrug, — nie, ist es mir passiert, daß nur ein Zuhörer sich erinnerte, den Vortrag aus jener Zeitschrift oder in dem Buche bereits kennen gelernt zu haben. (Gerade bei der Verwandlung dieses Aufsatzes in einen Vortrag habe ich sehr viel gelernt. Wenn man im allgemeinen auch auf das Verhältnis von Studien und Reden das Wort Goethes anwenden kann: »ein Drama, das nicht für die Bühne bestimmt ist, geht nicht auf sie herauf«, weil das geschriebene Wort sich nach ganz anderen Gesetzen richtet, als das gesprochene, so gelang es doch nach einiger Mühe, nach Weglassung verschiedener Stellen, Umstellung anderer, Herausarbeitung mancher Pointen einen wirksamen Vortrag zu gestalten.) Im Zusammenhang mit dieser Arbeit stand eine zweite Studie: »D i e j ü d i s c h e G e s e 11 s c h a f t B e r 1 i n s i m 18. Jahrhundert,« im Druck erschienen im Jahrbuch für die jüdische Geschichte und Literatur, II. Jahrgang,, nachdem sie gleichfalls vielfach als Vortrag gedient hatte. Daran schlossen sich an eine fernere über: »Michael Beer einen deutschen Dichter jüdischen G 1 a u b en s« und: »Herder und das Judent um«, bie beide gelegentlich als Vorträge benutzt, aber bisher