Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 50 (1906)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Juden und die deutsche Literatur
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 365 (sequence 15)
- Language
- German
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Die Juden und die deutsche Literatur. 365 Dichter betreffenden, sehr merkwürdigen Notizen sollen in anderem Zusammenhänge veröffentlicht werden. Ein höchst wichtiger Bestandteil des Börneschen Nachlasses sind die Urschriften vieler Skizzen und Aufsätze. Ferner gehören dazu seine Ausgaben־ und Notizenbücher, ein überaus merkwürdiges, alphabetisch geordnetes Verzeichnis aller von ihm gekannten Persönlichkeiten, mit kurzen Charakteristiken vieler Männer und Frauen. Endlich sind dahin zu rechnen Versuche zu einzelnen Aufsätzen, Pläne zu künftigen Werken, unter denen als das wichtigste ein größeres Werk über die französische Revolution zu bezeichnen ist. Frau Wohl-Strauß starb im Jahre 1861. Mit ihrem Tode war die Sorge für Börnes literarischen Nachlaß als ein heiliges Vermächtnis ihrem Gatten übertragen, der schon so lange sie gelebt hatte, ihr eifriger Helfer und Unterstützer gewesen war. Er ist im Vereine mit seiner Gattin der stille Mitarbeiter an dem fünften Bande, der bei Brodhag (1840) in Stuttgart erschienenen Ausgabe von Börnes Schriften gewesen; unter den »Erben des literarischen Nachlasses«, von denen die »nachgelassenen Schriften« herausgegeben wurden, sind beide zu verstehen; er und sie sind die Editoren, denen die zwölfbändige Ausgabe von Börnes Werken, Frankfurt 1862, ihre Anordnung und Textgestaltung verdankt Aber Strauß tat noch viel mehr. Er bewahrte auf und ordnete die von ihm an seine Gattin geschriebenen Briefe und alle die an das Ehepaar gerichteten Schriftstücke, soweit sie sich auf den verstorbenen Freund bezogen. Vor allem aber trug er Sorge, daß mit seinem Tode die geistige Hinterlassenschaft nicht zerstreut würde. Er setzte eine Administration ein und hatte das Glück in seinem Neffen, Dr. Gottlieb Schnapper-Arndt, den Mann zu finden, der mit .dem pietätvollen Sinne des Straußschen Ehepaares ungeheueren Fleiß, kritische Begabung und wissenschaftliche Gründlichkeit verband. Als