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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 3 · p. Seite 364

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 3
Article
Die Juden und die deutsche Literatur
Date
1906-01-01
Page
Seite 364 (sequence 14)
Language
German
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364 Die Juden und die deutsche Literatur. Briefen zu charakterisieren versucht (Vorwort, S. III ff.); und wer diesen Neudruck mit dem ersten Druck zu vergleichen unternimmt, wird finden, daß die wirklich ge״ schriebenen Briefe ein völlig anderes Bild des Schreibers gehen, als die kurzen Fragmente des ersten Drucks zu gewähren imstande waren. Aber Frau Wohl, oder wie man richtiger sagen muß, Frau Strauß, — denn sie heiratete einen jüngeren Mann, gleichfalls einen glühenden Verehrer Börnes, noch bei Lebzeiten ihres Freundes, — tat noch weit mehr, sie rettete auch ihre an Börne geschriebenen Briefe, sodaß auch diese, eine wichtige Erkenntnisquelle für das Leben unseres Autors in dessen beiden letzten Jahrzehnten vollständig vorliegen. Erst wenn diese ausgenützt sein werden — eine Auswahl daraus, kein vollständiger Abdruck dieser zahllosen Briefe, steht in naher Aussicht — wird man über das Leben des kühnen Schriftstellers und viele seiner schriftstellerischen Pläne genau unterrichtet werden. Frau Wohl-Strauß begnügte sich nicht mit der Aufbewahrung der von ihr erhaltenen und geschriebenen Briefe, sondern sie übertrug dieselbe Pietät auf die übrigen Teile des literarischen Nachlasses ihres berühmten Freundes. Ihr verdanken wir daher die Erhaltung dessen, was nicht etwa vor ihrem Eingreifen durch Börnes Nachlässigkeit und Sorglosigkeit verloren gegangen war. Infolgedessen besitzen wir den größten Teil der an Börne in seinen letzten Jahrzehnten gerichteten Briefe, zum Beispiel diejenigen Cottas, ebensolche von Heinrich Laube, Karl Gutzkow, Wolfgang Menzel, Episteln von Journalisten, begeisterten Verehrern, Verlegern. Merkwürdigerweise hat sich kein Billet Heines erhalten, wohl aber ein Exemplar des Bandes der Lieder und zwei Exemplare des ersten Buches der Reisebilder mit eigenh ä n d i g en, höchst charakteristischen W i dmungen an Börne und Frau W oh 1 ausgestattet. Diese Widmungen Heines, nebst anderen diesen großen

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