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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 3 · p. Seite 312

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 3
Article
Studien zum Buche Esther
Date
1906-01-01
Page
Seite 312 (sequence 24)
Language
German
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i 312 Studien zum Buche Esther. Wenn Schwally ferner im תענית אסתר ein kultisches Totenfest, welches der nachherigen Belustigung immer vorangeht, sehen will, so hat er nicht beachtet, daß weder daß Buch Esther noch irgend eine der älteren Quellen, dieses erst aus dem Mittelalter herrrührende Fasten am 13. Adar kennen, ln der Fastenrolle wird der 13. Adar wie bekannt ausdrücklich zu denjenigen Tagen gezählt, an denen n i c h t gefastet werden darf. Mit den übrigen Bemerkungen Schwallys, so über das Anstreichen der Gräber und den Sterbetag Mosis am 7. Adar wollen wir die kostbare Zeit des Lesers nicht aufhalten. 5. Willrich in seinem 1901 erschienenen Buch »Judaica« hält die Esthererzählung für im ersten vorchristliehen Jahrhundert in Ägypten entstanden. Der griechische Text sei, nach Willrich, der ursprüngliche und der hebräisehe sei aus dem ersteren übersetzt1). Im Buche Esther werden, nach Willrich, Ereignisse aus der Ptölemäerzeit in romanhafter Verarbeitung wiedergegeben. Mordechai sei Onias- Dositheos, welcher Philopator aus der Gefahr gerettet habe (III. Makk.), Ahasveros sei Euergetes II, Esther sei Kleopatra III, die Kleopatra II verdrängt habe. Mordechai ferner sei Ananias und Chilkias, die Günstlinge Kleopatra III. נורל seien die Landlose, die Philometor an jüdische Militärkolonisten verteilte. Die Purimfeier sei als freudiges Andenken an die Landlose entstanden usw. Solche Hypothesen sind im Grunde schon aus sich selbst wiederlegt. Gamelion gar kein Kelterfest war und daß der Name »Kelterfest« nur durch eine irrtümliche Ableitung des Wortes Atjvociwv von Kufe entstanden ist. (Vgl. Ribbeck, Anf. und Entw. d. Dionysoskultus in Attika 13, 3.) ג) Vgl. auch J ahn, Esther 1902, der diese Ansicht von der Originalität des griechischen Textes noch eifriger verficht und daher einen neuen hebräischen Text rekonstruiert hat. Vgl. hierzu auch Scheftelowitz, M. S. 1903, der Jahn Wort für Wort die lächerlichsten Irrtümer nachweist.

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