Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 50 (1906)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Studien zum Buche Esther
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 311 (sequence 23)
- Language
- German
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Studien zum Buche Esther. 311 Quelle, der die Esthererzählung entnommen sein könnte, hat aber auch de Goeje noch nicht gefunden. Somit sind auch die im Romane von Tausend und eine Nacht wirklich vorhandenen Parallelen zum Estherbuche, trotz der Zu- Stimmung eines Gelehrten wie Kuenen (vgl. Einl. z. AT.) für das Esterproblem ganz belanglos. 4. Schwally1) akzeptiert die Zimmernsche Hypothese von der Identifikation des Purim mit dem babylonischen Zagmugfeste, sucht aber damit noch die Lagardesche Kornbination mit Phourdigan aufrecht zu erhalten und meint, indem er an dieses persische Allerseelenfest anknüpft, auch im Purirhfeste einen Überrest von altem Ahnenkult, ein Totenfest, erblicken zu dürfen. Allein es gehört wirklich ein sonderbarer religionsgeschichtlicher Geschmack dazu, im Purimfeste mit seiner fast maßlosen Heiterkeit und mit seinen ausgelassenen Schmausereien, die Erinnerung an ein Totenfest zu finden. Phourdigan, das wirklich ein Totenfest war, bestand hauptsächlich in der Darbringung von Opfern und in Spenden von Blumen, Speise und Wein für die Toten2). ג) Leben nach dem Tode, 1892. Als Überrest eines alten Volksfestes wollte auch schon Kuenen, a. a. O. 215, das Pürimfest hinstellen. 2) Spiegel Avesta II, CHI. Demselben Fehler verfällt auch Graetz (oben S. 156) wenn er einerseits wiederholt betont, daß, wenn die griechischen Anthesterien religiösen Charakters gewesen wären, die Juden dieselben nicht akzeptiert hätten (M. G. W. J. 1886, 439 und 440) und dennoch andererseits übersehen hat, daß die Anthesterien, ein durch und durch religiösmystisch es Totenfest waren. (Mommsen, Heortologie, 332. Ervin Rhode, Psyche, 216. Stengel, griechische Kultusaltertümer, 180 u. v. a.) Auch bleibt die Etymologie des Wörtchens »Pur« sowohl nach Schwally als auch nach Graetz ganz dunkel. tnTlö.i ימי kann nicht nur nicht auf das »Kannenfest* bezogen werden (vgl. oben S. 160), sondern kann auch nicht einmal mit dem sog. »Kelterfest« in Zusammenhang gebracht werden, selbst wenn man sich über die große Zeitdifferenz zwischen dem Monat Gamelion und Antestherion hinwegsetzen wollte, weil die moderne klassische Archäologie den Nachweis erbracht hat, daß das Fest im Monat