Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 50 (1906)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Studien zum Buche Esther
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 309 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Studien zum Buche Esther. 309 1. Gen. 39, 10, "״ויהי כדבר אל יוסף יום יים ולו שמע אליה mit Esther 3, 4, "״ויהי כאמרם אליו יום יום ולו שמע אליהם 2. Gen.. 44, 34, כי איך אעלה אל אבי והנער אגנו אתי פן אראה ברע י אשר ימצא וגוי mit Esther 8, 6, כי איבנה אוכל וראיתי ברע אשר ימצא את עמי וגו׳ 3. Gen. 43, 14, .כאשר שכלתי שבלתי mit Esther 4, 16, .וכאשר אבדתי אבדתי und noch viele andere. Nun finden sich aber die der Josefgeschichte'entlehnten Redewendungen in beiden von Erbt geschiedenen Quellen. Es müßten sich denn, wenn Erbts Quellenteilung richtig wäre, die verschiedenen Verfasser verabredet haben, sich im Stile und Ausdruck nach der Josefgeschichte zu richten, was doch gewiß sonderbar wäre. Erbts Vergleiche der Haupterzählung des Estherbuches mit dem Schöpfungsepos und Istars Höllenfahrt, verdient in Kreisen, die noch Ernst genug besitzen, um astralmythologische Komödien in der Bibel nicht, zu finden, gar keine Beachtung. Mit dem Schöpfungsepos hat das Esterbuch nicht mehr als den Namen Marduk, und mit der Höllenfahrt nichts als den Namen lätar gemein. Alle andern Parallelen, auf die Erbt (60) hinweist, lassen sich in jeder beliebigen Hofgeschichte des Altertums wie der Neuzeit in viel größerem Maße nachweisen. Ja, die von Erbt gemachten Vergleiche sind sogar recht holprig. Im Mittelpunkt des Schöpfungsepos steht der Kampf Marduks gegen die Chaosgöttin Tihamath und nur nebenbei wird? Kingu, der Gatte Tihamaths, unter ihren Helfern erwähnt. In unserem Buche soll nun, nach Erbt, die Rolle der weiblichen Tihamath dem Haman, und die Rolle des männlichen Kingu der Frau Hamans zugeteilt worden sein. Was nicht alles so einem Verfasser eines biblischen Buches zugetraüt werden darf! Diese keilinschriftlichen ,Episoden haben mit der Esthergeschichte nichts mehr gemein, als daß eben in der einen Marduk und in der andern Iätar erwähnt ist.