Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 50 (1906)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Studien zum Buche Esther
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 308 (sequence 20)
- Language
- German
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308 Studien zum Buche Esther. Da nün die Annahme irgend einer makkabäischen Festlichkeit am 14. Ädar nach* sämtlichen Quellen unzulässig ist, so bleibt, nach Erbts Theorie, nur noch die eine Annahme übrig, daß der 14 und 15. Adar von vornherein mit Rücksicht auf die Esthersage, zu Festtagen bestimmt wurden. Diese Vermutung ist aber von religionsgeschichtlichern Standpunkte unstatthaft, solange nicht wenigstens ein einziges Beispiel hierfür erbracht werden kann. Denn es ist gähz* 1 2 iffi’denkbar, daß das gesamte Israel sich dazu bereit gefunden־ hätte, auf Grund eines bis dahin völlig unbekannten Romanes ein zweitägiges Fest anzuberaumen, und noch dazu in der nachmakkabäischen Zeit, als das Gesetz von den großen Lehrern mit der peinlichsten Ge״ naüigkeit kontrolliert wurde. Erbts Vergleich mit der Legende vbrri^Ölkrüglein, welche rasche Verbreitung fand, ist durchaus unzutreffend. Denn die achttägige Makkabäerfeier 7 samtder Anordnung des Lichteranzündens bestand schön•Jahrhunderte vor dieser Legende1). Die Legende kam hinzu und verlieh dem Lichteranzünden eine nach volkstümlichen Begriffen schönere Weihe; das ist ganz etwas anderes, als auf Grund einer neuaufgetauchten Sage eine alljährliche Festfeier einzusetzen, wie es Erbt dem nachmäkkabäischen Judentum zumutet. Was ferner die von Erbt vorgenommene Quellen- Scheidung im Buche Esther betrifft, so ist dieselbe von RosenthaF) mit sehr triftigen Gründen ad absurdum geführt worden. Rosenthal hat nämlich in ZATW. 1895, 1897 nachgewiesen, daß der Verfasser des Estherbuches mit Vorliebe Redewendungen aus der Josefgeschichte der Genesis sich holte. Man vergleiche z♦ B. lieh. Denn JASac׳a ist ohne jeden Zweifel der Name der Stadt חדשה (Jos. 15, 37, vgl. als Gegenstück dazu ישנה I. Chron 13, 19). Der Verwandschaftsgrad beider Wörter ist etwa ebenso nahe wie der zwischen dem Paschafest und einem türkischen Paschn. 1) Vgl. Makkabäerbücher und Josephus.; 2) Rahmers Literaturbl: 1904, 4.