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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 3 · p. Seite 307

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 3
Article
Studien zum Buche Esther
Date
1906-01-01
Page
Seite 307 (sequence 19)
Language
German
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Studien zum Buche Esther. 307 der Esthergeschichte, die sich einer großen Beliebtheit erfreute, soll die Nikanorgeschichte allmälich in den Hintergrund getreten sein und der Esther-Mordechaisage den Platz geräumt haben. Das Buch Esther teilt Erbt in zwei Quellen, eine Esther- und eine Mordechaisage. In der Mordechaisage soll lediglich vom Kampfe zwischen ihm und Haman die Rede gewesen sein, und nur in die Esthersage wurde auch das Volk mit hineingezogen. Für die ersten beiden Kapitel des Buches findet Erbt mit de Goeje*) eine Parallele in dem Roman von Tausend und eine Nacht, woselbst, wie in unserem Estherbuche, der König seine erste Gemahlin tötet, sich dann täglich eine andere Frau zuführen läßt, die am folgenden Morgen zum Tode gebracht wird, bis endlich die schöne Shahrazad sein Herz erobert, und um die Töchter ihres Volkes zu befreien, seine Gemahlin wird. Der Vater der Shahrazad ist dabei ebenso Vezir wie..,der,Pflegevater, Esthers. In der weiteren Erzählung des Estherbuches sieht Erbt dann eine Illustration des im babylonischen Schöpfungsepos erzählten Kampfes Marduks gegen die Göttin, die Tihamath, welche von ihm getötet wird, wie auch in der Höllenfahrt der istar diese ihrem Geliebten Tammus-Mordechai das Leben rettet. Diese Hypothese wird durch die zahllosen Schwierigkeiten, die ihr im Wege stehen, ganz unmöglich. Vor allem beruht die Annahme von einer Feier des Ninakortages am 14. Adar in Jerusalem, auf purer Willkür; denn sowohl das erste und das zweite Makkabäerbuch als auch Josephuö Und die Fastenrolle berichten unzweideutig, daß in der Stadt Jerusalem nur der 13. Adar als Fest für die Zukunft strikte festgesetzt worden ist2). ג) De Arabische Nachtvertelingen 1886. Vgl. auch Kuenen, Einl. ins AT. zu Esther. 2) Erbts Hauptbeweis für die Identität der Mordchai- und der Nikanorgeschichte beruht auf der sehr frappierenden Ähnlichkeit der Namen Hadassa und ,ASttca. Haman fällt durch die Hadassa und Nikanor fällt bei *A§£<J0c. Allein die Identifizierung ist einfach lächer- 20*

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