Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 50 (1906)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Studien zum Buche Esther
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 306 (sequence 18)
- Language
- German
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306 Studien zum Buche Esther. Sakäehfest am 16. Loos Juli begangen*); also kann das Purim des 15. Adar mit ihm nichts gemein haben. 2. Erb t (Purimsage 1901) leitet den Ursprung des Rurimfestes, mit Reuß2) (Gesch. d. h. Sehr. d. AT. 586) von dem, auf dem 18. Adar fallenden Nikanorfeste ab, welches, wie Erbt meint, in der Stadt Jerusalem auch am 14. Adar gefeiert wurde. Durch die allgemeine Verbreitung sind (vgl. Tur und Schulchan aruch Orach chajjim c. 696, u. d. Kornmentare dazu), sonst hätte er nicht versäumt dieses als eine gewichtige Stütze für seine Sakäen-Theorie aufzuführen, da nach Strabo a. a. O. XI, 8, 6. die Zecher bei der Sakäenfeier skyttiische Kostüme trugen. Allein wenngleich diese Purimmaskeraden ihren Ursprung gewiß im Orient gehabt haben, so kann doch für sie die im Juli stattgehabte Sakäenfeier eben so wenig wie für die Purimfeier selbst in Betracht kommen. Viel eher wird sie als eine Nachahmung des am 1. oder 21. Adar stattgefundenen •כי׳שת בר דשיך,, den die persisehen Schriftsteller erwähnen, anzusehen seien. Die Hauptfeierlich־ keit dieses כרשת bestand darin, daß er unbärtig und maskiert zur Erheiterung des Volkes durch die Straßen ritt, wobei er vom Volke mit Schnee beworden und mit Geldspenden bedacht wurde. (Vgl. Hyd£, Hist. reiig. veter. Persarum 248—251.) Da nun der persische Monat Adar; in dem diese Feier stattgefunden hat, in den ältern Zeiten; mit dem jüdischen Adar korrespondiert haben wird, so war Lagarde (Purim 52 f) natürlich sogleich dabei, in dem רכוב 3וםג oder in der »Equitario imberbis« wie es Hyde nennt, das Vorbild des reitenden Mordechai zu finden. Wir brauchen uns bei dieser Hypothese nicht lange aufzuhalten; denn, von vielen andern Schwierigkeiten abgesehen, steht es fest, daß die älteste Quelle, die von dieser Equitätio imberbis etwas zu berichten weiß, nicht über das 10. nachchristliche Jahrhundert hinausreicht. (Masudi, bei Hyde a. a. O. 249.) Die Nichterwähnung dieses Festes während der ganzen Arsaziden- und Sassanidenzeit, — zumal es nach Masudi, auch im Ifäk und in Babylon bekannt war, weßhalb auch die dortigen syrischarabischen Schriftsteller davon hätten wissen müssen — beweist, daß es vor dem Mittelalter überhaupt nicht -existiert hat. Vgl. ferner über die zahlreichen altindischen Narrenfeste im Archiv für Religionswissenschaft V, 133 ff. ג) Berosos, ed. Richter, p. 15. 2) Vgl. auch schon Michaelis bei Ewald Gesch. d. V. Israel in, 2, 45.