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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 3 · p. Seite 305

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 3
Article
Studien zum Buche Esther
Date
1906-01-01
Page
Seite 305 (sequence 17)
Language
German
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Stadien zürn Buche Esther. 305 weil, wie er meint, das Pürimfest dann seinen Charakter als Neujahrsfest nicht hätte einbüßen können. Er sucht dagegen Purim von dem bei den griechischen Schriftsteilem mehrfach erwähnten Sakäenfest, welches er mit Phourdigan und Zagmug identifiziert, herzuleiten. Allein schon die Identifikation von Zagmug mit dem Sakäenfest ist von sämtlichen Orientalisten mit Recht bestritten worden, weil zunächst Zagmug nach keinem Sprachgesetze in Sakaia sich verwandeln kann, und weil ferner das überaus ausgelassene Sakäenfest mit dem weihevollen Zagmug nichts zu tun hat Was nun Purim und das Sakäenfest betrifft, so liegt bis jetzt gar kein Grund vor, den bei Herodot I, 103. IV, 1, Strabo 1, 3 Justin II, 3 und in zahlreichen Stellen der Keilinschriften enthaltenen Berichten von verwüstenden Sakeninvasionen in den iranischen Kulturländern irgend welchen Zweifel entgegenzubringen. Mit diesen Berichten in Einklang steht aber der fernere Bericht bei Strabo XI, 8, 4, wonach das in dem Anaittempel in Sela gefeierte Sakäenfest, auf einen Sieg zurückgeht, den ein persischer Feldherr1) in der Umgebung von Sela über die S a k e n - S k y t h e n, welche bis dorthin vordrangen, errungen hatte. Vgl. auch die Behistun- und Nackhirustem- Inschriften. Mit Purim hat das Sakäenfest gar keine Ähnlichkeit abgesehen von der Schmauserei, die aber allen persisehen Festen eigen war. Der Vergleich zwischen der alljährlichen Krönung eines Sklaven und der Krönung Mordechais, verdient kaum Erwähnung2). Schließlich wurde das 1) Nack Strabo a. a. O. XI, 8, 5, war es Kores selbst. 2) Meisners Versuch, den Inhalt des Buches Esther und be״ sonders die Rolle Mordechais aus der Episode von der Krönung des Sklaven abzuleiten ist, von vielen anderen Schwierigkeiten abgesehen, schon deshalb unmöglich, weil beim Sakäenfest doch gerade dieser Sklave nachher umgebracht wurde. Meisner war es nicht bekannt, daß die in konservativ-jüdischen Kreisen stets am Purim üblichen Mummereien und Maskeraden schon im Mittelalter nachweisbar 20 Monatsschrift, 49. jahrgaug.

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