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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 3 · p. Seite 303

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 3
Article
Studien zum Buche Esther
Date
1906-01-01
Page
Seite 303 (sequence 15)
Language
German
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Studien zum Buche Esther. 303 beim babylonischen Neujahrsfest garnicht vor1). Es haben darum auch sowohl Jensen als Zimmern die Puchra-Identifikation fallen lassen2 3 4 * *). b) Mit dem babylonischen Zagmug Neujahrsfest, welches in der keilinschriftlichen Literatur von der allerältesten Zeit bis in die spätbabylonische häufig erwähnt wird, kann das Purimfest nichts gemein haben, weil erstens ein Neujahrsfest nicht auf den letzten Monat des Jahres verlegt werden kann, weil zweiten s ein Neujahrsfest seinen Charakter als solches nicht im Laufe der Zeit verlieren׳ kann, weil drittens das Zagmugfest, welches wesentlich in Darbringung von Opfern und Weihgeschenken bestanden hat8), nicht ohne weiteres in ein Karnevalsfest verwandelt werden kann, weil viertens das Zagmugfest in den ersten 10 Tagen des Monates nicht am 14. und 15., wie Purim stattfand, und weil fünftens die Zagmugfeier inschriftlich nicht unter dem Vorsitze Marduks sondern unter dem Nebos stattgefunden hat. Sollte dies, nach späteren Begriffen, auch unter Marduk der Fall gewesen sein, so war es doch Marduk, der die Schicksale anderer bestimmte,, nicht wie Mordechai, dessen Los von Haman bestimmt wurde. Endlich hat die Zagmugfeier garnichts mit IStar zu tun, während doch in unserem Falle Esther eine Hauptperson ist. Dieses letztere Moment allein hat schon sowohl Jensen als auch Zimmern veranlaßt, die seit Jahren verfochtene Zagmughypothese aufzugeben. Neuerdings suchen sie daher Purim mit dem bekannten Istar-Siriusfeste zusammenzubringen (KAT. 517). Allein dieses lätar-Siriusfest ג) Es ist dem Schöpfungsepos und dem Sündflutbericht entnommen. 2) ZAT. 340 und KAT. 518. 3) Vgl. K. B. II, 73. III, II, 27. M. V. A. G. 1896, 35. 4) Die Duazag-Götterversammlung fand besonders vom 8—11 Nissan statt, K. B. III, II, 15. u. A. MVAG. 1896, 35 nennt besonders den 10. Nissan.

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