Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 50 (1906)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Studien zum Buche Esther
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 302 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2829132-2829795-2829799-2886863--34515-2886929- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
302 Sludien zum Buche Esther. steige, ist nirgends erwähnt. Es wird dies nur durch symbolische Vergleichung der 12 Tafeln des Gilgamiäepos mit den 12 Monaten des Jahres in allegorischer und astralmythischer Weise hineingedeutet. Angenommen nun, es sei sogar dies alles richtig, wie ist es dann nur denkbar, daß man das Fest der neugeborenen Sonne, welches doch den Hauptbestandteil des Neujahrsmonats bei allen Völkern ausmacht, auf den Monat Adar verschoben hätte, der für die Sonne das gerade Gegenteil ausmacht? Zu 10—12 habe ich zu bemerken: dem Vergleiche der Esthergeschichte mit dem Gilgamisepos stehen so große Schwierigkeiten im Wege, daß der Verfasser selbst sie kaum übersehen haben wird. Wie kann man bei der Verarbeitung des Gilgamiäepos, die dramatischste Person desselben, nämlich Eabani, unbeachtet lassen? Im Gilgamiä streitet I§tar mit Gilgamiä, während Chumbaba ihren Tempel beschützt, also genau das Gegenteil von .dem tut, was im Buche Esther geschieht, wo Mordechai mit Hülfe Esthers den Haman besiegt, 13. Wenn in der Esthererzählung Babels Sieg über Elam illustriert werden soll, so müßte doch die Stadt Babel darin eine Hauptrolle spielen, während sie in Wirklichkeit garnicht in Betracht kommt. Auch wird hier Haman garnicht zum Elamiten gemacht, er wird vielmehr nachdrücklich als Ausländer, "אגגי" bezeichnet. Was nun endlich die Gleichung Purim Puchra Zagmug angeht, so ist folgendes zu bemerken: a) Diese Identifikation wird durch die zahlreichen Momente, die ihr im Wege stehen, absolut unmöglich. Puchra kann durchaus nicht zu Pur werden, weil ein Guttural zwischen zwei Vokalen nicht verschwinden kann1). Ferner ist Pur im Estherbuche viel älter als das syrischmandäische פוחרא, Sodann kommt die Bezeichnung Puchra 0 Jensen Z. A. X, 339. Cornill, Ein], i. A. T. II, 255 u. A.