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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 3 · p. Seite 294

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 3
Article
Studien zum Buche Esther
Date
1906-01-01
Page
Seite 294 (sequence 6)
Language
German
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94 צ Studien zum Buche Esther. Kindern (vgl. Gen. 30, 11 und Jesaja 65, 11: העורכים לגד שולחן, vgl. auch B. Sanhedrin 20 דרגש לגר, II. Samuel 24, 11 1 ,גד החזה. Chron 8, 33. 14, 7) beilegten? Die babylonischen Juden übernahmen solche Namen aus ihrer Umgebung mit ebensolcher Vorliebe, wie die Juden der talmudischen Zeit die griechischen und römischen Namen Wie Symmachos, Hyrkanos, Levitas, Pappus usw. Ja selbst an einem Namen Titus fehlte es nicht1), obgleich die Rege! לא מסקינן כשמיהר של רשעים lautet. Der Name Mordechai muß daher, zumal er in der vorexilischen Zeit nicht vorkommt, ob direkt oder indirekt, auf den babylonischen Namen Marduk, den in der spätbabylonischen und persischen Zeit die meisten Personen2 3 * * * *) trügen, zurückgeführt werden8). Aber ebensowenig wie bei diesen vielen babylonischen und persischen Personen darf das Vorkommen dieses Namens bei einem Juden als Beweis für mythologische Hypothesen herbeigeholt werden. Es darf ferner nicht außer acht gelassen werden, daß Marduk als Nationalgott Babels mit dieser Stadt so eng Verbunden erscheint, daß der mit der babylonischen Mythologie vertraute Verfasser des Buches Esther unter keinen Umständen es unterlassen hätte, dieser Stadt eine sehr große Rolle zuzuweisen. Ferner erscheint Marduk in der babylonischen Literatur, gerade in seiner Eigenschaft als Allbesieger, so sehr mit seinem Vater Ea verknüpft» *) Jeruschalmi Bikkurim 2. 2) Vgl. die Tausende Namen in den keilinschriflichen Kontrakttafeln bei Straßmayer Babylon. Texte. 3) Auch aus den keilinschriftlichen Kontrakttafeln der Achämenidenzeit, die von jüdischen Namen förmlich wimmeln, geht deutlich hervor, daß die babylonisch-persischen Juden sich unbeanstai.det Götternamen beilegten, Männer wie z. B. "בלאבוצי" dessen Sohn ״מנימיך oder "״נבירין dessen Sohn ינדליהו hieß, waren doch zweifellos Juden. (B. A. IV 552.) Auch bei andern Völkern findet man, daß Leute sich Namen von Göttern beilegten die sie nicht verehrten. Vgl. betreffs der cyprischen Inschrift des ־עבד מלךp בעלים bei Meister, Griech. Dialekte, II, 150.

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