Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 3 · p. Seite 292

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 3
Article
Studien zum Buche Esther
Date
1906-01-01
Page
Seite 292 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2829795-2829799-2886863--34505-2886919
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

292 Studien zum Buche Esther. nisch zu sein scheint. Von den 15 Inschriften mit insgesamt zirka 160 Zeilen sind außer den wenigen Eigennamen noch keine zehn Worte sicher bekannt, deren Deutung auch nur einigermaßen als zuverlässig gelten dürfte, und die vereinzelten Vokabeln, die man gefunden zu haben glaubt, sind durch sehr unsichere Vergleiche mit den Achämenideninschriften zweiter Art nur ganz vermutungsweise gedeutet. Nicht nur sind die versuchten Lesungen von Oppert1) und Sayce2) als viel mehr als gewagt nachgewiesen, sondern auch die neuesten Untersuchungen Weißbachs3) schweben ganz in der Luft, und zwar dermaßen, daß nicht nur der Sinn jedes einzelnen Wortes und jedes einzelnen Satzes ganz unsicher ist, sondern daß auch von jeder dieser Inschriften fraglich ist, ob von der ganzen Geschichte, die aus ihr herausgelesen wurde, überhaupt etwas in ihr enthalten ist Die allgemeine Geschichte der Keilschriftentzifferung zeigt uns zwar, daß die ersten Begründer dieser Wissenschaft mit noch zweifelhafterem Material als die heutigen Interpreten der altsusischen Inschriften arbeiteten, und daß sich das meiste davon nachher dennoch als richtig erwies, weshalb man heute allerdings wohl berechtigt ist, auch auf den noch dunkeln Gebieten der Inschriftenliteratur solche Versuche zu wagen. Zur Lösüng von religions- ' wissenschaftlichen Problemen aber darf, wie mich dünkt, ungegorener Brei doch unter keinen Umständen ohne weiteres verwendet werden. Sehen wir uns nun die Einzelheilen der Jensenschen Hypothese der Reihe nach an. 1, Mordechai ist Marduk! Die Identifikation setzt die philologische Ableitung des Namens Mordechai von ג) Akten des Orientalisten-Kongresses. Paris 1873 2) Akten des Leidener Orientalisten-Kongreses, 1883 und 1885. 3) Anzan-Inschriften, in d. Abh. d. sächs. Gesellsch. d. Wiss. XXVIII, XII. und Neue Beiträge, ibid. XXXIV, XIV.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.