Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 50 (1906)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Studien zum Buche Esther
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 291 (sequence 3)
- Language
- German
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Studien zum Buche Esther. 291 und feiert am Nissan sein Epiphanienfest; 10. Gilgamis besiegt den Elamiterkönig Chumbaba-Humman, und Mordechai besiegt den Elamiter Haman; 11. Gilgamis wird bei diesem Siege unterstützt von seiner Braut chada§atu und Mordechai von Esther; 12. Chumbaba wird von Gilgami§ bei der hohen Zeder, welche vor dem istartempel stand erschlagen, und Haman findet seinen Tod an dem hohen Baume; 13. Babylon führt Krieg mit Elam Marduk, dem babylonischen Nationaigott, mit dem elamitischen Gotte Humman Mordechai mit Haman; 14. Purim ist somit eine Nachbildung des babylonischen zag-mug Neujahrsfestes, an dem die Schicksale!גורי bestimmt wurden, und »פור Puchru«. Der Leser wird sich des faszinierenden Eindruckes, welchen diese Hypothese auf ihn macht, kaum erwehren können und wird es daher auch begreiflich finden, daß sie schnell die Alleinherrschaft erlangte und sie immer noch 1'nne hat. Sehen wir jedoch zu, wie es sich in Wirklichkeit damit verhält. Hier muß vor allem mit dem entschiedensten Nachdruck auf ein sehr wichtiges Moment hingewiesen werden, welches von den Exegete n, wie es scheint, ganz unberücksichtigt geblieben ist: daß nämlich die inschriftliehe Literatur, der Jensen fast das gesamte Material zur Lösung des Estherproblems, besonders die wiederentdeckten Personennamen verdankt, nicht die allgemein bekannte assyrisch-babylonische Literatur ist, die über einen reichhaltigen Wortschatz und eine annähernd vollständige Grammatik verfügt, — sondern daß die Quelle vielmehr die altsusischen oder alte la mitisch en und die in der Ebene von Mal-Amir gefundenen Inschriften sind, deren Keilschrift zwar die altbaby- Ionische ist, von deren Sprache es aber noch nicht einmal feststeht, welcher Sprachenfamilie sie angehört, da sie weder semitisch noch indogerma- 19*