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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 3 · p. Seite 283

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 3
Article
Judentum und Christentum [Rezension]
Date
1906-01-01
Page
Seite 283 (sequence 27)
Language
German
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Judentum und Chirstentum. 283: Für die Judenchristen blieb Jesus der Messias, der gekommen war, nicht um zu bekämpfen, nicht um aufzulösen, sondern um zu erfüllen,• sie, die spöttisch als Ebioniten, als Arme an Oeist bezeichnet werden, folgen der Anschauung nicht, daß er, der Oottmensch, Herr über die Gesetze sei. Sie sehen in ihm nur den Menschen und werden deshalb von dem Heidenchristentum, das sich allmählich zu der allmächtigen katholischen Kirche entwickelt, als Ketzer verfolgt. •Aber auch im Judentum, zu dessen Sekten sie erst, zählten, werden sie nicht auf die Dauer geduldet; sie werden ausgeschlossen, und in das Gebet kommt die Bitte um die Zerstörung ihrer Hoffnungen. Auf dem Heimatsboden konnte das Christentum nicht gedeihen, aber außerhalb seiner Geburtsstätte fand es Anerkennung und von den zahlreichen jüdischen Niederlassungen aus trat es seinen Siegeslauf durch die Welt an, »den Wegen folgend, welche das Judentum gebahnt, die Felder in Angriff nehmend und pflegend, welche dieses bereits mit seinem Saatgut bestellt hatte«1). Wie weit dieses Saatgut schon ausgestreut war, das geht aus der starken Anziehungskraft hervor, die das Judentum schon immer auf die Heiden ausgeübi hatte, namentlich in den griechischen Kolonien, wo, zahlreiche Griechen dem israelitischen Gottesdienste beiwohnten und die Keime der Gotteserkenntnis aufnahmen. Gefördert wurden solche Be- Strebungen durch die Philosophie, die zu einem klaren Gottesbegriffe vorgedrungen war, und nicht zum mindesten durch die Septuaginta, die Bibelübersetzung, die man den ersten Apostel an die Heidenwelt genannt hat2). Ein Zeichen von der Stärke des religiösen Lebens der damaligen Zeit ist es, daß trotz aller Beeinflussung von hellenischer Bildung und Philosophie, wie sie sich namentlich in den Schriften Philos und der alexandrinischen Schule zeigt, *) Eschelba c h e r , S. 105. 2) a. a. O. S. HO.

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