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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 3 · p. Seite 271

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 3
Article
Judentum und Christentum [Rezension]
Date
1906-01-01
Page
Seite 271 (sequence 15)
Language
German
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Judentum und Christentum. 271 werke spricht, die für Harnack »den Goldgrund bildet, der auch das Lebensbild, die ganze menschliche Erscheinung desselben verklärt«1). Er kommt dabei zu der Fest- Stellung, daß gerade die Wundererzählungen des Neuen Testamentes den Hauptinhalt des christlichen Kultus ausmachen, und daß, wenn man mit Harnack sie als unwesentlich ausscheidet, nur wenig Faßbares von der Persönlichkeit Jesu übrig bleibt, der sich allerdings selbst als Sohn Gottes und als Messias bezeichnet und damit — ganz im Gegensatz zu den Propheten des alten Bundes — seinem Ich gegenüber seiner Botschaft eine große Bedeutung gibt, eine Bedeutung, die selbst in der begeisterten Dar- Stellung Harnacks von seinen .Worten und Taten durch nichts berechtigt ist und nur dahin geführt hat, dem Christentum den reinen Monotheismus zu rauben, ihm die Dreifaltigkeit zu geben und die blutigsten Sekten- Streitigkeiten zu entzünden2). Auch gegen die Osterbotschaft verhält sich der Christliehe Forscher skeptisch; er erkennt nur den Osterglauben, an eine Überwindung des Todes und an ein ewiges Leben an3) und setzt sich dadurch in erneuten Widerspruch zu ג einer Grundlehre des Christentums, die mehr als alle andern, dazu beigetragen hat, ihm seine weite Verbreitung, namentlieh unter den Heiden zu sichern und es zur Staatsreligion des römischen Reiches kurz vor dessen Auflösung zu machen. Dadurch ward es zum Erzieher der romanischen und germanischen Völker, nahm aber viele heidnische Anschauungen auf und bildete die großartige Hierarchie aus, die noch heute besteht, und gegen deren Auswüchse die Reformation erfolgreich vorgeht, oft unterstützt von den Machtmitteln des Staates. Sollten aber die Grundgedanken der Reformation ף Eschel bacher, S. 9. ף a. a. O. S. 13. 3) a. a. O. S. 15.

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