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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 3 · p. Seite 269

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 3
Article
Judentum und Christentum [Rezension]
Date
1906-01-01
Page
Seite 269 (sequence 13)
Language
German
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Judentum und Christentum. '269 Mensch kann kein Christ sein«, erklären offen die Radikalen, und ebenso klar tönt von den Orthodoxen die Antwort zurück: »Der Christ kann kein moderner Mensch sein1)«. Nur der liberale Protestantismus sucht zu vermittein und zu vereinen, was unvereinbar ist: Christentum und Wissenschaft. Alle Bestrebungen nach dieser Richtung führen jedoch nur die Rückkehr zum Judentum herbei, das, in seinem Wesen unverändert, dem Sturme derZeiten tr o tzt Seine Glaubenslehre ist einfach. Fordert sie doch nichts als die Anerkennung des einig-einzigen Gottes, der in Liebe und Gerechtigkeit die Welt regiert. Seine Sittenlehre, die in dem Satze: »Liebe deinen Nächsten, wie d i c h s e 1 b s t«, gipfelt und als Kardinaltugenden Barmherzigkeit, Schamhaftigkeit und Wohltätigkeit preist, wird herrschen, so lange Menschen nebeneinander wohnen2). Seine soziale Gesetzgebung ist vorbildlich, und auf ihrem Boden allein wird die soziale Frage der Gegenwart ihre Lösung finden. Seine Zukunftshoffnung ist das Reich des Friedens. Und darum — mag auch der Abfall so groß sein, wie aus den statistischen Tabellen über Taufen und Mischehen3) hervorgeht, die den Anhang von Samters Buche bilden — das Vertrauen bleibt doch bestehen, daß die Zukunft dem Judentume gehört und der heilige Stamm Bestand behält für alle Zeiten. Unter die Bücher und Aufsätze, die Samter in seinem zweiten Anhänge (S. 153—155) nennt, hätte als eine Schrift, die sich gleichfalls bemüht, das Christentum wahrheitsgetreu darzustellen, auch Dr. Eschelbachers vergleichende Studien »Das Judentum und das Wesen des Christentums«4) Aufnahme finden 1) Samte r, S. 120 f. 2) a. a. O. S. 139. ף a. a. O. S. 145 ff. 4) Eschelbacher, Rabbiner Dr. Joseph, Das Judentum und

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