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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 3 · p. Seite 264

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 3
Article
Judentum und Christentum [Rezension]
Date
1906-01-01
Page
Seite 264 (sequence 8)
Language
German
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264 Judentum und Christentum. mit der einen Hand Brot, mit der andern das Kreuz boten1). So mußte kommen, was unausbleiblich war; die Judenmission büßte ihr Ansehen nach und nach ein. Angesehene Geistliche, bedeutende Schriftsteller, hervorragende Männer aller Glaubensrichtungen, bekehrte Juden selbst stimmen in dem Vernichtungsurteil überein, das seine Illustration darin findet, daß nach dem Urteil des evangelisch-lutherisehen Zentralvereins für die Mission unter Israel, der seit 1890 in Deutschland keine Missionare mehr aussendet, »meist nur jüdische Vagabunden, der Abschaum und Auswurf des Volkes, sich bekehren ließen«2). Etwas freilich ist den Missionaren nur zugut gelungen: sie säeten Zwiespalt in den Familien und entfremdeten das Weib dem Gatten, die Kinder den Eltern3). Wie groß bei alledem die Zahl der Getauften innerhalb des 19. Jahrhunderts ist, läßt sich nur schwer feststellen; die Angaben schwanken zwischen 100.000—250.000. Sichere Statistiken sind nur wenig vorhanden; die Übersichten, die sie geben, unterschätzen die Verluste; denn sie führen alle die Kinder jüdischer Eltern, die gleich nach ihrer Geburt getauft worden sind, als geborene Christen auf. In Preußen lassen sich zwei Taufperioden unterscheiden, deren eine die Regierungszeit Friedrich Wilhelm III. umfaßt, und deren andere, durch den Antisemitismus hervorgerufen, mit dem Jahre 1880 beginnt, um 1888 ihren Höhepunkt zu erreichen mit der erschreckenden Zahl von 348 Übertritten zur Landeskirche4). Dabei bleibt zu beachten, daß die Taufen in ihrer Mehrzahl in den großen Städten stattfinden und sich zumeist auf festbegrenzte Kreise beschränken. Es sind nicht mehr die an Geld und Geist Armen, x) Samte r, S. 60. 2) a. a. O. S. 63. 3) a. a. O. S. 67. ף a. a. O. S. 75.

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