Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 3 · p. Seite 259

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 3
Article
Judentum und Christentum [Rezension]
Date
1906-01-01
Page
Seite 259 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
99% known words query
IRI
…/2829132-2829795-2829799-2886862--34471-2886886
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Judentum und Christentum. 259 zwanzigste Jahrhundert mit Stolz als ein Jahrhundert der Glaubensinnigkeit und der Glaubenstreue verherrlichen können«1). Sorgfältig ist das Material zusammengetragen und gut gesichtet, planvoll und übersichtlich die Darstellung. So gestaltet sich ein klares Bild der Zustände, die seit dem Anfang des vorigen Jahrhunderts herrschten und zu der Entwicklung führen mußten, die heute noch nachwirkt. Die lodernde Glut der Verse, die, einem Motto gleich, am Eingang seines Werkes stehen, weht durch das ganze Buch Samters. Ihm ist nicht einfach »Abfall, was abfällt«. Er weiß es, daß dieser Abfall meist von den Blüten stammt, welche die schönsten Früchte verheißen haben, daß in ihm häufig eine Menge triebfähiger Keime schlummert, die neue lebenskräftige Zweige am alten Stamme hätten werden können. Er, der wohl erkannt hat, daß es nicht auf die Zahl der Bekenner eines Glaubens ankommt, weiß um so höher den geistigen Wert zu schätzen und sieht trauernd diejenigen abtrünnig werden, •die durch Verstand und Bildung in gleicher Weise berufen waren, an der glorreichen Zukunft Israels zu arbeiten. Wie aber konnte es geschehen, daß soviele Nachkommen jener Geschlechter, die alles Leid der Welt auf sich genommen hatten, um ihrem Volkstum und ihrem Glauben Treue zu bewahren, plötzlich es als eine Schande empfanden, Jude zu heißen, daß sie sich der Religion zuwandten, die ihre Väter brandmarkte, und daß sie, ohne mit der Wimper zu zucken, mit einem spöttischen Lächeln auf den Lippen, sich den furchtbaren Vorwurf ins Gesicht schleudern ließen? »Sprecht, habt von Herzen ihr erkoren, Was gläubig euer Mund bekennt? J) Samter, Vorrede S. VII. 17*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.