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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 2 · p. Seite 216

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 2
Article
Die beiden Gedaljah in Obersitzko
Date
1906-01-01
Page
Seite 216 (sequence 2)
Language
German
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Die beiden Gedaljah in Obersitzko. 216 Der Rabbiner in Cleve war der Vater des in Rede stehenden Gedaljah L., der sich in seinem Buche רגל ישרה das in Dyhernfurth 1777 gedruckt ist, als Rabbiner im Emden bezeichnet, wo er, wie er im Vorwort schreibt, im J. 1773 mit dem Jabez in Hamburg korrespondierte. Damals lebte noch sein Vater in Cleve,' der in der dem Werke vorgedruckten Empfehlung die grosse Gelehrsamkeit des Sohnes rühmt, wie er auch in der Empfehlung zum חומרי מתניתא nicht Worte genug finden kann, um die Wichtigkeit der von seinem Sohne berejts verfasten und noch ungedruckten Sphfifte.n (17 an der Zahl) hervorzuheben, Wie es in der Empfehlung des Rabbiners in Glogau (zum רגל ישרה) heißt, hat der Verfasser, weil er in Emden nicht ausreichende Mittel für seine Existenz gefunden* sich genötigt gesehen, dieses Buch als ein Bruchstück eilends herauszugeben, um sieh durch den Verkauf des Buches etwas zu verschaffen. Gedaljah scheint nicht lange in Emden amtiert zu haben; denn auf dem Titelblatte seines zweiten Werkes, חומרי מתניתא Berlin, 1784, nennt sich der Verfasser bereits Rabbiner von Obersitzko und klagt in der Vorrede über sein Elend, wobei er seine zahlreiche Familie und Verwandschaft namentlich aufzählt. Qedäljah scheint als ein Mann in den Dreißigern nach Obersitzko gekommen zu sein. Als ich ein Schüler von 11 Jahren war, erzählte mir mein greiser Rabbi, daß G. wie auf der Wanderschaft sich befand, als er in Obersitzko eintraf, wo man ihn seines ausgebreiteten Wissens wegen bald zum Rabbiner machte. Als die Bachuritn jener Zeit ihm ihre schriftlichen Festsetzungen gegen das störende Plaudern während des Gottesdienstes vorlegten, unterzeichnete er diese mit der Chiffre גלעד, wie er auch im Titel רגל ישרה seine Namen und die mehrerer Familienglieder andeuten wollte. Was ich weiter unten zur Charakteristik der Person mitteile, verdanke ich ebenfalls meinem Lehrer. Aus dem Buche. כנסת ישראל, welches G. 1818 in Breslau1) herausgab, gebt hervor, daß er damals Rabbiner in Chodziesen war, zur Zeit war sein Sohn R. Israel Rabbiner in Wronke. Dieser ist der rühmlichst bekannte Commentator der Mischnah, der* später Rabbiner in Dessau und nachher in Danzig war, wo er am 19. Sept. 1860 starb. G. selbst starb in Chodziesen am 17. Adar I. 1826, im Alter von 80 Jahren. Von seinen zahlreichen Schriften,

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