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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 2 · p. Seite 166

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 2
Article
Studien zum Buche Esther
Date
1906-01-01
Page
Seite 166 (sequence 15)
Language
German
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166 Studien zum Buche Esther. sei der Messias, Mordecha i das Symbol des Outen und des zur Kirche bekehrten Israel, Esther das Symbol des zur Kirche bekehrten Heidentums, Haman das Symbol des Satans. Die Bezeichnung מלך, wenn sie allein vorkommt, bedeute Gott usw. Eine ernsthafte Behandlung können derartige Spielereien, wie sie übrigens auch in kabbalistischen Kreisen häufig sind, nicht beanspruchen. Änzuerkennen ist die Energie und der Fleiß, die der Verfasser zur Durchführung seiner Hypothese aufgewandt hat. Seinen Versuch, die Kapitel I, II, VIII und IX des Estherbuches als spätere Anhängsei hinzustellen, hat Erbt in seiner Schrift: »Die Purimsage in der Bibel«, mit triftigen Gründen zurückgewiesen. 6. Endlich handelt Lagarde im 34. Bande der Abhandlungen der königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen und 1887 auch in einem besonderen Buche »Purim«, sehr eingehend über den Ursprung des Purimfestes und gelangt zu dem Resultat, daß Purim mit dem persischen »Phourdigan«, das der-Byzantiner Menander, vom Winter 565 auf 566 redend, als ein vom König »Chosroes« in Persien gefeiertes zehntägiges Fest erwähnt, identisch sei. Die Hauptstütze, die er für seine Hypothese beibringt, ist die Stelle der Lucianischen Rezension der Septuaginta, die in Ester IX, 26 das Wort Purim durch Phourdaia wiedergibt. So zahlreiche Verfechter nun auch diese Hypothese selbst noch in der allerjüngsten Zeit bei Gelehrten wie Jahn, Schwally u. a. gefunden hat, so wenig ist sie doch bei näherer Betrachtung haltbar. Denn: 1. stammt die älteste Nachricht über das• Phourdiganfesi erst aus der zweiten Hälfte des 6. nachc h r 1 s 11 i c h e n Jahrhunderts, Welchen Anhaltspunkt hat, man dafür, daß das Phourdiganfest auch nur so alt sei wie das Purimfest? Es spricht vielmehr die Tatsache, daß in der ganzen persischen Literatur, abgesehen von der

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