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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 2 · p. Seite 163

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 2
Article
Studien zum Buche Esther
Date
1906-01-01
Page
Seite 163 (sequence 12)
Language
German
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Studien zum Buche Esther. 163 seien, da die hohe Stellung des Mordechai sein Ansehen bei seinem Volke keinegswegs vermindert habe (147—15).War denn aber der Verkehr hervorragender, von ihren Stammesgenossen hochverehrter Juden an heidnischen Höfen etwas so Neues und Unerhörtes, daß eine erfundene Nachricht von einem solchen geeignet gewesen wäre, hellenistischen Ideen Vorschub zu leisten? Ein Daniel, Serubabel, Esra und Nehern ia waren bei ihren Höfen beliebt und geschätzt; dies hielt sie jedoch nicht zurück, gerade diejenigen Anschauungen, die später die Hellenisten pflegten, mit unbeugsamer Strenge zu bekämpfen. Man denke z. B. an das Vorgehen Esras und Nehemias gegen die Mischehen usw. 4. Das Buch Esther soll, nach Bloch, ferner zeigen, daß hellenistische Juden, die sich bei einem heidnischen Könige beliebt zu machen verstehen, ihrem Volke durch Protektion mehr nützen können, als die frommen Makkabäer, welche ohne Blutvergießen keine Rettung herbeizuführen imstande waren (22—23). Nun drängt sich aber unwillkürlich die Frage auf: Sind denn nicht durch das von Mordechai erwirkte Edikt 75.000 Heiden von den Juden getötet worden! Und warum läßt ferner der Verfasser die als Ideal des Hellenismus dargestellte Esther noch dazu die Verlängerung des gegen die Heiden erlassenen Vertilgungsediktes erflehen und durchsetzen? Stehen doch gerade Mordechai und Esther, die nach Bloch das Bild antimakkabäischer Heidenfreundlichkeit darstellen sollen, in der gesamten modernen Exegese als das Prototyp des blutrünstigsten jüdischen Heidenhasses da! Oder soll das etwa die hellenistische Friedenspolitik markieren, daß Mordechai, wie Bloch meint, aus Hochmut dem Haman trotz des königlichen Befehls die gebührende Ehrenbezeugung, auch nachdem er schon wußte, welches Unheil er durch seine Hartnäckigkeit angerichtet habe, stolz verweigerte? ולא קם ולא זע ממנו.. 5. Auch darin soll Mordechai als Vorbild eines hellenistischen Juden erscheinen, daß er nach der großen Erret-

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