Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 50 (1906)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Studien zum Buche Esther
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 162 (sequence 11)
- Language
- German
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162 Studien zum: Buche Esther. habe einem heidnischen Könige die Treue bewahrt und ihm das Leben gerettet, ganz 1mGegensatz zu dem makkabäiSchehPrifmpe, welches wilden Haß gegen die Heiden predigte; er habe also ganz'klar im Sinne der hellenistisehen Juden gebändelt: (14) Was soll man nun zu dieser dem Mbrdechai ahgedichteten Töleranz sägen, Wenn doch im Buche selber der Verfasser gerade den Mördechai als den intolerantesten aller Juden Hinstellt, .indem er ihn in seinem Vertilgungsedikte rücksjdHtslps להשמיד ולאבר את, בל חיל עם ומרינה ,הצרים 'אותם .טף ׳ ונשים 'ושללם לבוז, während' derselbe Verfasser vom jüdischen Volke dreimal rühmend hervorhebt, daß es diesem grausamen Befehle Mordechais. h i c h t F o l g e 1 e i s t e t.e ובבזה לא שלחו את ידם (Vgl. Esther VIII, 11 und IX, 10. 15. 16.) 2. Eine Propaganda für die weitherzigere hellenistische Anschauung soll nach Bloch ferner darin bestehen, daß der Verfasser Esther einen Heiden heiraten läßt. (14) Warum aber eriäHlt darin der ‘Verfasser geflissentlich, daß .Esther w i de r i h r en Willen Königin wurde, und daß; sie allen Schriiück und alle' auf;Effölg abzieieriÜen Mittej, wie sie die andern Mädchen anwendeten, abgelehnt habe? Mit viel größerer Berechtigung könnte man nach diesem• Schema die zahlreichen biblischen Berichte von der Verschwägerung jüdischer Großer mit heidnischen Eürsteri11) als Keileriistiöähe .1teh'äejfKi^sfemci1ieri^:hinVteHeh. Und bei der Unerschrockenheit, die unter den modernen Exegeten grassiert, ist es gar nicht ausgeschlossen, daß heute oder morgeri jemand diese interessante Behauptung aufstellt. S. Ferner meint Bloch: Die hellenistische Tendenz des Estherbuches gehe auch daraus hervor, daß . es dem Volke die Überzeugung beizübririgen suche, es sei von großem Vorteil, daß vornehme Juden sich mit heidnischen Königeri änfreunden und an ihrem Hofe hoch angesehen 1) Moses mit Jethro, Josef ,mit;Pptifar, David, äSalomotUsw.