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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 2 · p. Seite 161

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 2
Article
Studien zum Buche Esther
Date
1906-01-01
Page
Seite 161 (sequence 10)
Language
German
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Studien zum Bache Esther. 16.1 3. j. S. Bloch gelangt in seiner eingehenden Untersüchung in Rahmers Literatürblätt und in der besonderen Schrift »Hellenistische Bestandteile im biblischen Schrifttum« 1877 zu folgendem Ergebnis über unsere Frage: Das Purimfest ist, ganz so wie Graetz meint, griechischen Ursprungs. Was aber das Buch Esther angeht, so meint er in diametralem Gegensatz zu Graetz, daß es von einem Antimakkabäer und in antimakkabäischer Tendenz verfaßt worden sei. Es sei der Zweck des Buches einerseits, das Volk für hellenistische Anschauungen zu ge־ winnen, andererseits, den Glanz der Makkabäer dadurch zu verdunkeln, daß man ihnen in Mordechai und Esther Nebenbuhler gegenüberstellte. Das Buch will gegen die pharisäische und chassidäisch-makkabäische Anschauung Propaganda machen, indem es auf die Notwendigkeit hinweist, daß in Zeiten der Gefahr gebildete Juden bei den heidnischen Königen Höflinge sein sollen. Auch Esther, das Ideal des Buches, biete durch die Geheimhaltung ihrer jüdischen Herkunft und ihre sich daraus ergebende nicht religiöse Lebensführung ein Gegenstück zu dem makkabäisch-pharisäischen Prinzip (14—16). Die Makkabäer sollten eben dadurch in ihrem Selbstbewußtsein beeinträchtigt werden, daß man dem Volke auch andere jüdische Helden anderer Gesinnung schilderte und die Begeisterung des Volkes für sie erwecken wollte. Daß aber die späteren pharisäischen Talmudlehrer dieses Buch nichtsdestoweniger verherrlichten und zu verbreiten suchten, will Bloch dadurch erklären, daß ihnen,, weil die Makkabäer bekanntlich später zum Sadduzäismus abfielen, eine Schrift, die dazu geeignet war, das Ansehen der Makkabäer einigermaßen zu schmälern, gar nicht ungelegen gewesen sei. Diesen Aufstellungen gegenüber ist aber folgendes zu berücksichtigen,: 1. Bloch sagt: Mordechai, als ein Nachkomme Sauls,. Monatsschrift, 50. Jahrgang. J J

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